Essen bei Nacht I

Wer tötete Prinzessin Theophanu?

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Rollenspiel bei Baldur vom 1995/10/07

Charakter Spieler
Spielleiter (Mensch?) Baldur G. Idriel
Anshara (Toreador) Stayka
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Jerome Vanquardt (Toreador) The In-Betweener
Justine de Sade (Tremere) Miriam
Rosco (Brujah) Ace Larson
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha

NSCs: Christopher Milton (Ventrue), Theodore Askart (Malkavianer), diverse Taxi-Fahrer, diverse Nosferatu, ein Jogger, Nummernschilder, eine Turbine


Kapitel 1: Der Auftrag

Man schreibt Montag, den 31. Juli 1995, etwa gegen 22:15 Uhr. Es ist eine lauwarme Sommernacht.

Die Toreadors Anshara und Jean sind in Frankfurt. Christopher Milton hat sie zu einer Party eingeladen. Ein Malkavianer (Theodore Askart) nervt die diversen Anwesenden mit seiner Paranoia "Sie kommen, um uns zu holen!", Jean ist hungrig, Chris unterhält sich mit Anshara. Ein vermummter Nosferatu kommt, Chris entschuldigt sich bei Anshara und düst mit dem Neuankömmling in einen Nebenraum. Anshara und Jean sind neugierig, schleichen hinterher, bauen sich bei der Tür auf und lauschen (per Auspex 1: Geschärfte Sinne).

Der Nosferatu erzählt Chris, daß die Ventrue-Prinzessin Theophanu von Essen den endgültigen Tod erlitten hat. Mehr kriegen die beiden nicht mit, Chris kommt raus, ist leicht irritiert, weil er die zwei an der Tür findet. Anshara überredet Chris, ihr zu erzählen, was los ist, er tut es sogar. Chris verschwindet kurz beim Prinzen, dann kommt er mit zwei Begleitschreiben und zwei Flugtickets Frankfurt-Düsseldorf wieder und sagt, eigentlich sollte er ja nachgucken, aber da er keine Zeit hat, wäre es nett, wenn Jean und Anshara sich dort umsähen. Und außerdem wäre es ein Auftrag vom Ventrue-Prinzen Johann Walther von Frankfurt persönlich...

Jean und Anshara jetten nach Düsseldorf und fahren von dort per Taxi nach Essen, wo sie im Sheraton-Hotel übertagen. Sie haben zwei gegenüberliegende kleine Suiten (Wohnraum, Schlafraum, Bad) ohne Fenster im 6. Stock.

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Kapitel 2: Erste Eindrücke

Man schreibt Dienstag, den 1. August 1995, etwa gegen 22:15 Uhr.

Per Taxi fahren sie nach Sonnenuntergang zur Villa Hügel, wo Prinzessin Theophanu das Zeitliche segnete. Die Villa ist abgefackelt. Unterwegs unterhalten sie sich mit dem Taxifahrer, der erzählt, daß er gestern schon eine seltsame Gestalt, einen dunkelgekleideten Franzosen, dorthin chauffiert hat. Anshara erzählt etwas von einem Kostümball, der irgendwo da stattfinden soll... Sie steigen am Baldeneysee aus und schleichen sich zur Villa (Anshara in einem weißen Designerkleid in ägyptischem Stil, Jean in Schwarz.)

Während der Anschleiche treffen sie auf eine schwarzgekleidete Tremere-Dame (Auspex 2: Aura-Wahrnehmung verrät sie als Vampir, und sie sieht einfach nach Tremere aus, wie Anshara findet). Sie sieht super aus, hat lange schwarze Haare (Appearance 4, Charisma 4) etc. Die Tremere ist mißtrauisch (sie meint sich zu erinnern, daß Anshara an ihrem Grab gestanden und gegrinst hatte) und will weitergehen. Jean glaubt, er habe die Lady schon mal vor 300 Jahren auf einer Party gesehen, wo sie Simons Klamotten angekokelt hat (was ein Streich eines Malkavianers war, Jean aber ungemein amüsiert hatte). Da die Frau abhauen will, ohne daß sie irgendwas gesagt hätte, wirft Anshara ihre Präsenz 1: Ehrfurcht an und erwischt sie frontal. Sie stellt sich als Justine de Sade, vom Clan Tremere, vor und folgt nun Anshara, da sie diese überaus anziehend findet.

Gemeinsam wandern sie zur Villa Hügel, um dort Untersuchungen anzustellen (Justine sollte sich ebenfalls dort umsehen). Dort ist alles verbrannt. Sie gehen hinein (Erdgeschoß). In einem Raum spüren sie per Thaumaturgie 1: Sinn für Blut hinter einer Geheimtür Blut. Nach etwas Suchen (Jean rempelt gegen ein Regal und wird darunter begraben, er flucht und kriegt einige blaue Flecken) finden sie einen etwas mitgenommenen Öffnungsmechanismus. Jean versucht, den Mechanismus zu überbrücken, doch der fliegt ihm um die Ohren. Jean wiederum fliegt gegen die Wand und holt sich noch ein paar Schrammen mehr. Nächster Versuch, Anshara bittet Justine, die Tür mit einer Eisenstange aufzubrechen (Justine ist erstaunlicherweise die Stärkste der drei mit Körperkraft 3).

Da auch das fehlschlägt, und Ansharas MacGyver-mäßige Pläne mangels Kühlaggregat, Flüssiggas etc. auch nicht zu verwirklichen sind, gehen sie nach draußen und versuchen es durch die Kellertür. Anshara tritt dagegen und sie öffnet sie, ohne ihr Kleid schmutzig zu machen. Es stinkt eklig nach verbranntem Fleisch, und per Thaumaturgie: Sinn fürs Blut stellt sich heraus, daß die verkokelte Leiche auf dem Boden ein Mensch war. Dahinter ist ein Raum, Anshara späht hinein, einige verbrannte Vitrinen. Als Anshara Auspex: Geschärfte Sinne und Auspex 2: Aura-Wahrnehmung anwirft, spürt sie lauter gequälte Seelen und rennt erschreckt aus dem Raum. Justine geht hinein und findet auch nichts von Relevanz.

Anshara wagt einen zweiten Versuch in dem Raum mit den gequälten Seelen, und da diese weg sind, stellt sie per Thaumaturgie 1: Sinn für Blut fest, daß an dem zerbrochenen Fenster dort Blut von einem Vampir 13. Generation klebt. Der Vampir war aber noch voll gefuttert, also wohl kaum verletzt und scheint entkommen zu sein.

Sie gehen noch oben in die erste Etage, wo eine Austellung ist. Justine findet zwei Bilder von einem Maler namens Jean-Jacques Blanc und entdeckt auch eine Adresse dort, die sie notiert. Anshara versinkt in der Betrachtung einer Turbine, die sie absolut fasziniert (Toreador eben). Justine geht wieder herunter, und Jean guckt nach, wo Anshara steckt, ehe er sie am Schlafittchen packt und von der Turbine wegschleift.

Es ist gegen 04:00 Uhr, und Justine düst zu ihrer Kneipe zurück. Jean und Anshara machen sich ebenfalls auf den Rückweg zum Hotel. Unterwegs schmollt sie, weil Jean ihr den Mund zugehalten hat, als sie ihm von der faszinierenden Schönheit der Turbine erzählen wollte. Sie guckt nach draußen, erspäht einen Jogger und beschließt, sich einen Frusthappen zu gönnen. Sie bittet Jean, den Taxifahrer abzulenken, während sie den Jogger per Verführung in eine Seitenstraße lockt und sich ein Häppchen genehmigt.

Als sie weiter zum Hotel fahren, spürt sie in einem Häuserblock auf der Bredeneyer Straße (gegenüber einer Telefonzelle) den Vampir, dessen Blut sie an dem zerbrochenen Kellerfenster in der Villa bemerkt hatte.

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Kapitel 3: Die Helden sammeln sich

Man schreibt Mittwoch, den 2. August 1995, etwa gegen 22:00 Uhr.

Anshara und Jean stehen auf und kleiden sich an (Jean in Schwarz, Anshara in einen eleganten goldockerfarbenen Hosenanzug). Da sie nicht wieder Taxi fahren wollen, beschließen sie, ein Auto zu organisieren. Es muß aber Automatik sein! Schließlich finden sie einen Opel Kadett, Jean knackt ihn, und sie fahren zur Bredeneyer Straße (zum Glück war ein Ruhrgebietsplan im Handschuhfach).

In einer Seitenstraße in der Nähe der Telefonzelle stellen sie den Wagen ab, und Anshara beschließt, die Nummernschilder des Wagens mit denen eines anderen zu vertauschen. Sie erwischt einen schwarzen Maserati und montiert die Teile um. (In ihrer Tasche hat sie allerhand Kleinkram, Werkzeuge etc). Ein Mercedes und ein Leichenwagen stehen auch noch hier herum.

Nachdem die Aktion Nummernschild erledigt ist, schleichen Jean und Anshara zu dem Haus hin. Zwei Typen (Jerome, Toreador und Rosco, Brujah) kommen raus und entdecken sie. In der Zwischenzeit kommt Sara mit ihrem Kleinwagen (Ford Fiesta) an. Sara sieht Jean und findet ihn niedlich. Jerome bemerkt die Sache mit den Nummernschildern und will sie zurück (er hatte Anshara mit dem Schraubenzieher gesehen), außerdem möchte er wissen, was Anshara hier sucht. Sie antwortet ausweichend. Jerome wirft Präsenz 1: Ehrfurcht an und erwischt Jean und Sara, die auch gerade in der Nähe ist.

Rosco versucht sich an Präsenz 2: Blick der Furcht. Anshara hat ein wenig Angst vor ihm und versteckt sich hinter Jean, sagt aber immer noch nicht viel. Präsenz 2: Blick der Furcht, zweiter Versuch. Rosco erwischt Jean, und der rennt wie von sieben Teufeln gejagt davon.

Anshara findet über Auspex 2: Aura-Wahrnehmung heraus, daß Jean und Rosco beide Vampire sind und will wissen, was diese hier zu suchen haben. Rosco erwidert, daß er hier die Fragen stellt und drängt sie in eine Ecke. Sie versucht, sich loszureißen und kratzt ihn im Gesicht, woraufhin sie wegen Thaumaturgie 1: Sinn für Blut sicher ist, daß es sein Blut war, das sie in der Villa bemerkt hat. Er wird sauer und scheuert ihr eine (blaue Flecken). Anshara schmollt und erzählt (allerdings ziemlich wirr), was sie hier tun sollten.

Jerome will immer noch seine Nummernschilder wieder. Rosco fordert, daß Anshara die Teile zurückbringt und auf keinen Fall flieht. Unterdessen stellt Anshara per Auspex 2: Aura-Wahrnehmung fest, daß auch Sara ein Vampir ist (sie ist eine Ventrue).

Jean hält sich beim Auto auf, und Anshara will verschwinden, weil Rosco sie geschlagen hat. Jean überredet sie zu bleiben, weil sie sonst mit ihrem Auftrag nicht weiterkommen. Jerome, Rosco und Sara hören eine vehement geführte Unterhaltung auf Französisch, verstehen aber kein Wort. Anshara vertauscht nun die Nummernschilder von Kadett und Mercedes und bringt Jerome die seinen wieder.

Sie werden beobachtet. Rosco überwältigt Jean (beide setzen Geschwindigkeit ein), der nun auch alles erzählt, ehe er wieder flüchtet, da Rosco nochmal Präsenz 2: Blick der Furcht anwendet. Sara, die Jean niedlich findet, düst hinter diesem her. Sie spielen Katz und Maus, während Anshara sich vor Rosco fürchtet und alles mögliche erzählt.

Schließlich kommen Jean und Sara zurück. Sara bemerkt, daß sie beobachtet werden, und da sie nur Deutsch und Polnisch kann, übersetzt Anshara für Jerome, der nur Englisch und Niederländisch spricht. Alle gehen in das Haus, bis auf Rosco, der auf eigene Faust Erkundigungen einziehen will (immerhin sind Nosferatu und Brujah recht gute Kumpels, und Rosco vermutet, daß sie von einem Nosferatu beobachtet wurden).

In Haus schließt sich Sara in der Toilette ein, weil sie gefrustet ist (zwei niedliche Männer, und keiner davon beachtet sie, der eine, weil sie ihn nicht interessiert, während der andere sie nicht versteht).

Jerome und Anshara unterhalten sich (immer noch mißtrauisch), als plötzlich vor der Tür ein Feuer ausbricht. Sara kommt raus gucken und will löschen, verfällt aber in Panik, als sie das Feuer sieht. Jerome passiert dasselbe. Anshara hatte schon von Anfang an beschlossen, daß es besser wäre, die Gardinen runterzureißen und einen Strick für die Flucht aus dem zweiten Stock zu knoten, und Jerome und Sara leisten ihr nach dem Schreck mit dem Feuer Gesellschaft. Jean steht irgendwo herum.

Als Anshara den Strick festgebunden hat und aus dem Fenster klettern will, bemerkt sie einen roten Laserpunkt und läßt sich lieber zu Boden fallen, aus dem Schußbereich heraus. Ein Schuß (mit Schalldämpfer) wird abgefeuert und bohrt sich in die Wand.

Nun beschließt Anshara, doch lieber das Feuer zu löschen. Sie und Jean trauen sich und nehmen die Vase, die in der Wohnung stand und einen Eimer zum Wassertransport. Sara füllt die Badewanne mit Wasser und hilft, die Löschgefäße zu füllen, ehe sie ins Wohnzimmer zurückgeht und versucht, die Gardinen wieder zu entknoten und in Ordnung zu bringen. Das Feuer wird gelöscht.

Ein Stein fliegt ins Treppenhaus. Anshara peilt per Auspex 1: Geschärfte Sinne und Auspex 2: Aura-Wahrnehmung, doch der Werfer ist wieder weg. Sie holt also den leicht angefeuchteten Stein mit Zettel. Darauf steht "Verschwindet von hier". Anshara findet, daß das eine gute Idee ist, aber Jerome will auf Rosco warten, da der der einzige mit Muskeln ist.

Plötzlich stolpert etwas durchs Treppenhaus. Der Gestank trifft Anshara, die per Auspex 1: Geschärfte Sinne peilt, mittschiffs, und sie quietscht lautstark auf, da sie glaubt, daß ein Nosferatu kommt. Jerome, der auch gerade Auspex 1: Geschärfte Sinne anhatte, wird von dem Schrei brutal erwischt...

Der Nosferatu entpuppt sich als Rosco, der offenbar in den Abwasserkanälen gebadet hat und auch sonst reichlich zerfetzt aussieht. Seine erste Aktion ist, voll bekleidet unter die Dusche zu steigen, während Jerome ihm aus dem Leichenwagen neue Klamotten (T-Shirt und Jeans) holt.

Plötzlich spürt Anshara mit Auspex 2: Aura-Wahrnehmung eine unheimliche Aura, die durch den Raum geistert. Alle funkgesteuerten Uhren spielen verrückt, und Anshara hat ein höchst ungutes Gefühl. Sie fürchtet, daß sie vielleicht mit Mikrowellen gegrillt werden sollen oder etwas ähnlich Unangenehmes und drängt zum Aufbruch. Als auf einmal ein Spiegel ohne Grund in tausend Splitter zerbricht, finden auch die anderen, daß es wirklich an der Zeit ist, die Wohnung zu verlassen.

Als Rosco wieder halbwegs annehmbar riecht (fast), beschließen sie, in den drei Autos abzuhauen und den geklauten Kadett stehen zu lassen. Jerome und Anshara fahren in dem schwarzen Maserati, Jean und Sara in deren Kleinwagen und Rosco allein im Leichenwagen. Erstmal wollen sie weg, und der Maserati übernimmt die Führung. Auf der Autobahn überholt sie Rosco, der wohl eine Idee hat, wo sie hinkönnten.

Nun stellt sich heraus, daß die Bremsen von Saras Wagen nicht mehr funktionieren. Mit dem Ritual 1: Verständigung mit dem Erzeuger verständigt Jean Anshara, die wiederum durch Winken etc. Rosco bedeutet, irgendwo anzuhalten. Der tut es auch an einem unbeleuchteten Rastplatz, und mit dem Maserati, der vor ihr fährt, wird Saras Wagen gestoppt.

Anshara schlägt vor, Saras Auto so zu präparieren, daß es verunglückt und damit aussieht, als wäre der Anschlag gelungen. Mit einem angezündeten Taschentuch im Tank und einem Stein auf dem Gaspedal wird der Wagen losgeschickt, während die anderen in den restlichen beiden Autos Richtung Breitscheid weiterfahren. Hinter ihnen detoniert der Wagen...


Rollenspiel bei Baldur vom 1995/11/04

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anastasia/Damien (Malkavianerin) Miriam
Anshara (Toreador) Stayka
Claudia de Montclair (Tremere) Reena
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha

NSCs: Rosco am Telefon, ein Nosferatu-Einbrecher, ein ungenanntes Opfer


Als sie am Parkplatz ankommen, herrscht gähnende Leere; Roscos Informant ist nicht angekommen. Etwas knatschig beschließt Rosco, diesen suchen zu gehen, während Jerome mit Sara, Jean und Anshara in seine Wohnung auf der Erkrather Straße fahren, wo sie nach den ausgestandenen Schrecken erst mal übertagen.

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Kapitel 4: Mme de Montclair

Man schreibt Donnerstag, den 3. August 1995, etwa gegen 21:30 Uhr. Vor 21 Minuten ist die Sonne unter dem Horizont verschwunden, und langsam denken die Herren und Damen Kainskinder daran, aus den Federn (bzw. vom Fußboden, der Couch etc.) zu steigen.

Jerome ist schon losgedüst und hat nur einen Zettel hinterlassen, daß er zu allererst sein Auto reparieren lassen muß, da die Beule im Maserati seinem ästhetischen Empfinden arg widerspricht.

Anshara bemerkt, daß sie immer noch nicht weiß, wer Sara ist, und sie stellen sich endlich einander vor.

Sara erzählt, woher sie Jerome und Rosco kennt, nämlich vom Wartesaal der Villa Hügel, wo sie sich bei der Prinzessin Theophanu vorzustellen gedachte, die bedauerlicherweise kurz vor jener Gegenüberstellung indezent in Flammen aufging.

Jeromes Handy beginnt zu klingeln, aber da keiner eine Ahnung hat, wie so ein Teil zu bedienen ist (war keine Gebrauchsanleitung dabei), wird es kurzerhand unter ein Kissen gelegt, damit es nicht mehr so laut ist.

Da sie momentan nur den Satz Klamotten hat, den sie am Leibe trägt, beschließt Anshara, daß sie unbedingt nach Essen zurück muß, damit sie sich umziehen kann. Da Jean kein Auto klauen will, rufen sie ein Taxi, daß er dann bezahlen darf und fahren nach Essen zurück.

Sie lassen sich am Bahnhof absetzen, wo sie zunächst einmal jagen. (etwa 23:30-00:30 Uhr). Nachdem sie gesättigt sind, werden sie von einem Bettler um Geld angegangen, was Anshara mit dem Verweis abtut, daß sie nur eine Kreditkarte dabei habe.

Dann sehen sie einen irren Typen (Punk mit hochgestellten Haaren, Damien), der einige Aufmerksamkeit auf sich zieht, und Anshara vermeint plötzlich, eine Leiche zu sehen, die in dem Lieferwagen liegt, der gerade Nachschub an McDonalds liefert. Sie amüsiert sich königlich, weil sie ja jetzt weiß, was die Leute bei McDonalds essen und zieht auch einige Blicke auf sich, weil sie losprustet. (Möglicherweise hatte ihr Opfer doch ein paar Drogen im Blut, denn sie agiert ein wenig albern...) Als sie feststellt, daß das mit der Leiche wohl nur eine Sinnestäuschung war, ist Anshara peinlich berührt und flüchtet gen Sheraton, um sich endlich umzuziehen.

Anshara wirft sich in einen schneeweißen Hosenanzug, hat allerlei Goldschmuck und goldenes Make-Up aufgetragen und schließt die Umzugsaktion mit einem langen, weißen pelzbesetzten (goldener Kunstpelz) Wintermantel ab, während Sara sich einen Hosenanzug von Anshara ausleiht (die Hosenbeine sind 10cm zu kurz, aber in den hohen Stiefeln sieht man es zum Glück nicht). Insbesondere Anshara braucht gut 1 Stunde, bis sie meint, daß Ihr Make-Up etc. perfekt ist.

Damien, ein Malkavianer, der unter Verdunkelung in das Zimmer geschlichen ist, bleibt eine ganze Weile da, um festzustellen, was Sache ist, langweilt sich aber dermaßen, daß er wieder abhaut. Die Tür geht auf und wieder zu, und Sara ist in Panik. Sie holt Anshara aus dem Bad, die wirft Auspex 1: Geschärfte Sinne an und glaubt zwar, etwas gespürt zu haben, aber das einzige, was sie sieht, ist ein Punk, der die Treppe hinterläuft.

Unterdessen erzählt Sara, daß die Wohnung der Tremere Claudia de Montclair gehörte, die ziemlich sauer sein dürfte (vor allem wegen der dunkelroten Samtvorhänge!). Die Wohnung war ein Treffpunkt, nachdem die Villa abgefackelt war. Sara erzählt von ein paar Personen, unter anderem Karl Schreckt, dessen Name Anshara nichts sagt. Sara ist total eingeschüchtert von diesem und hatte einen ziemlichen Filmriß, nachdem sie ihm begegnet war.

Anshara gibt einige Kommentare über diesen "unverschämten Heini" ab, wobei Sara sie warnt, ihm das nicht gegenüber in dieser Art zu äußern. Sara erwähnt, daß Claudia de Montclair vielleicht erklären kann, was passiert ist, und sie beschließen, gaaaanz vorsichtig zu ihr hinzufahren, denn da war immer noch die Sache mit der verwüsteten Wohnung (und mit den dunkelroten Samtvorhängen)...

Gegen 02:00 Uhr fahren sie zu Claudia.

Sara traut sich gar nicht, anzuklopfen, aber Anshara beschließt, vorzugehen, klopft und wird von Claudia eingelassen. Jean und Sara folgen, letztere total verschüchtert. Claudia schließt das Arbeitszimmer hinter ihnen ab und hängt den Schlüssel an ein Schlüsselbrett. Anshara setzt sich elegant (die Farbe der Couch beißt sich nicht mit ihren Klamotten, also ist es okay), nachdem Claudia sie bittet, Platz zu nehmen, während Jean und Sara stehenbleiben. Nach weiterer Aufforderung setzt sich Sara ebenfalls auf die beigebraune Sitzgruppe.

Das Arbeitszimmer ist riesig, hohe, mit okkulter und französischer Literatur gefüllte Bücherregale, ein offener Schrank voller Ordner in einer Ecke und ein mit Papieren überladener Schreibtisch sind zu sehen. Keine Schreibmaschine, kein Telefon, kein Computer.

Claudia stellt sich vor, Anshara ebenfalls. Jean jedoch, der Claudia auf Anhieb nicht mag, weigert sich, seinen Namen zu nennen, was die Französin ungemein verdrießt.

Sara erzählt Claudia, was mit der Wohnung passiert ist und verkriecht sich fast in den Polstern, weil es ihr so peinlich ist.

Es klopft, und Anastasia steht vor der Tür. Sie weiß zwar nicht, warum sie da ist, wird aber dennoch hereingebeten. Anshara vergeigt ihren Wurf auf Auspex 2: Aura-Wahrnehmung, sieht Anastasias Aura in dunkelrot und konstatiert, daß diese ungemein lüstern drauf ist. Sie interpretiert einen verschüchterten Blick der Malkavianerin als unerhörtes Begehren bezüglich Jean und kriegt einen Lachanfall.

Anastasia, die natürlich meint, daß sie ausgelacht wird (was ja auch nicht ganz verkehrt ist), bricht sofort in Tränen aus, woraufhin Claudia mit einem Taschentuch aushilft, damit sie die Polster nicht verschmutzt. Anastasia erklärt, daß das Böse da ist.

Anshara assoziiert das Böse sogleich mit der unheimlichen Aura, die durch die Wohnung gefegt war und kommentiert das auch, woraufhin sich ein zunächst zögerliches Gespräch ergibt, bei dem Anshara allerlei Fragen über die frühzeitig verschiedene Prinzessin Theophanu stellt.

(z.B. "Wer würde einen Prinzen töten und warum?" Claudias Antwort "Wegen der Macht etc." stößt bei Anshara auf gelindes Unverständnis, da sie weder Interesse an persönlicher Macht hat, noch unbedingt Kinder produzieren will (wozu man ja auch besser ein Prinz sein sollte, der das letzte Wort über die Erlaubnis hat). Dies hingegen stöß bei der ambitionierten Tremere-Dame auf mindestens ebensolch ein Unverständnis.

Da Anastasia das Taschentuch komplett vollgeheult hat, bekommt sie von Claudia eine mittlere Tischdecke.

Nun fragt Claudia Anshara, warum sie denn am Fall der Villa Hügel interessiert ist, und sie erzählt, daß Chris sie geschickt hat. Claudia will wissen a) wer Chris ist und b) wie Anshara diesen kennenlernte. b) war keine gute Idee, denn Anshara beginnt mit ihrer kompletten Lebensgeschichte, angefangen von ihrem Erwachen in Karnak im August 1965.

Nach etwa zwei Stunden stellt Claudia das Gehör auf Durchzug und nickt den Rest der Zeit nur noch verbindlich und höflich. Jean tigert derweil durch das Zimmer, kann sich aber (da er unter ständiger Überwachung von Claudia steht) so gerade eben zusammennehmen, nichts zu klauen.

Ungefähr bei Stunde zwei haut Anastasia entnervt ab. Anshara ist gerade bei ihrer Landung in Frankfurt/Main angekommen, wo sie von ihrer ersten Begegnung mit Jean berichtet. Irgendwann schafft sie tatsächlich noch, die Kurve zu Chris und dem Auftrag zu kriegen, der darin resultierte, daß sie hier in Essen landete.

Als sich Anshara wie üblich über den Brutalo-Brujah Rosco aufregt, der ihr die schmähliche Ohrfeige verpaßt hat, ergreift Claudia die Chance, endlich das Gespräch wieder an sich zu reißen. (BTW, ihr ist aufgefallen, daß Anshara bei ihrer Geschichte neben den modernen Städten Luxor, Kairo und dem oberägyptischen Dorf Karnak auch Theben erwähnte, als ob dieses noch existierte, obwohl es im Jahr 663 vor Christus zerstört wurde.)

Claudia erzählt nun, daß diverse Leute (unter anderem Jerome, Sara, ein paar andere und eben Rosco) sich bei Prinzessin Theophanu vorstellen wollten, als ein Feuer in einem Nebenraum ausbrach. In jenem starb ein Mensch, und während alle Leute versuchten zu löschen etc. wartete Claudia ab, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war, so daß sie die relevanten Akten aus der Villa retten konnte. Auch die anderen haben Akten mitgenommen, aber die waren nur von eher sekundärer Bedeutung.

Sara erwähnt zur Abwechslung mal wieder Karl Schreckt, und Claudia erwähnt, daß der Tremere-Justicar sie beauftragt hat, in Sachen Theophanu nach dem Rechten zu sehen. Anshara muß sich mühsam in Erinnerung rufen, was ein Justicar ist: "Ah, Simon schrieb in seinem Buch 'Ein Justicar ist die ausführende Gewalt der Camarilla, also deren Exekutive'...", und Sara läßt sich erklären, war Archonten sind.

Offiziell stand in der Zeitung, daß es sich bei dem Anschlag auf die Villa Hügel um ein Attentat der PKK gehandelt haben solle.

Da es nunmehr nur noch 1/2 Stunde bis zum Sonnenaufgang ist, ziehen sich Jean, Anshara und Sara zurück zum Sheraton, wo Sara in Ansharas (fensterlosem) Zimmer auf einer Couch übernachtet.

Claudia bittet sie, am nächsten Tag nach Sonnenuntergang wieder bei ihr vorbeizukommen.

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Kapitel 5: Schrecken am Abend

Man schreibt Freitag, den 4. August 1995, etwa gegen 21:15 Uhr.

Sara, hatte die ganze vorige Nacht bei Claudia ein schlechtes Gewissen wegen der dunkelroten Samtvorhänge gehabt und wurde nun den Tag von gräßlichen Alpträumen gequält (es ging irgendwie um Vorhänge und stinkende, triefende Nosferatus). Als sie panisch aus dem Schlaf schreckt stößt sie einen markerschütternden Schrei "Nosferatu!" aus.

Prompt fällt Anshara aus dem Bett und versteckt sich präventiv unter demselben. Sicherheitshalber wirft sie Auspex 1: Geschärfte Sinne an und riecht Nosferatu-Mief. Sie stellt fest, daß der Typ vor etwa 4 Stunden (am hellichten Tag!) dagewesen sein muß und jedes einzelne ihrer Kleidungsstücke angetatscht hat.

Schockiert spurtet sie zu Jeans Zimmer, klopft solange an die Tür, bis der aufwacht und erzählt ihm, was sie entdeckt hat. Da sie etwas hysterisch klingt, vermutet Jean, daß sie sich wieder mal etwas eingebildet hat und tut nichts.

Entnervt rennt Anshara wieder in ihr Zimmer und gibt alle Klamotten einem Dienstmädchen zu Waschen. Die guckt zwar irritiert, wird aber von einem Trinkgeld in Höhe von 100 DM schnell überzeugt, die Exzentrität ihres Gastes zu übersehen.

Anshara kehrt zu Jean zurück und guckt nochmal in dessen Zimmer nach. Wieder einmal vergeigt sie einen Wurf auf Auspex 2: Aura-Wahrnehmung, was darin resultiert, daß sie sieht, wie sich eine Nosferatu-Aura um Jean herum verdichtet. Panisch flüchtet sie in ihr Zimmer, rennt ins Badezimmer und beginnt dort, sich ausgiebig zu schrubben.

Da momentan alle Klamotten in der Wäsche sind, gehen Jean, Anshara und Sara 'einkaufen', d.h. Jean bricht ein Geschäft auf, und Anshara bedient sich. Es ist dummerweise ein Ballett-Geschäft, und die dortige Mode ist ein wenig ...extravagant. Anshara kümmert sich nicht darum und rafft die kunstvollsten Ballettgewänder zusammen (Schwanensee et al).

Sara findet die Klauerei höchst unmoralisch, wird aber von Anshara überzeugt, daß sie doch was anzuziehen brauchen. Erst nach längerem guten Zureden (und als Sara dann einen Geldbetrag, der dem Wert der von ihr erwählten Kleidung entspricht, auf dem Tresen hinterlegt), haben die beiden Damen ein neues Outfit. Sara trägt einen dunkelblauen langen Ballettübungsrock über einem gleichfarbenen Trikot, während Anshara sich zu einem bodenlangen gelb-weißen Ballettkleid entschließt, dessen Rock mit lauter gelben Rosen besetzt ist.

Sie bringen erst die Sachen ins Hotel zurück, dann rufen sie ein Taxi, das sie zur Bredeneyer Straße transportiert.

* * *

Es ist 23:00 Uhr, als die drei endlich bei Claudia ankommen.

Claudia ist ein wenig irritiert, obgleich sie bei den Toreadors schon damit gerechnet hatte, daß diese zu spät kommen würden. Sara erzählt endlich, daß ein Großteil der Sachen (Akten, Festplatten) in Jeromes Wohnung auf der Erkrather Straße in Düsseldorf liegt. Sie beschließen, dorthin zu fahren.

Da Claudia kein Telefon hat ("Technik? Igitt!"), geht Anshara nach unten zur Telefonzelle vor dem Haus und ruft ein Großraumtaxi (schließlich will sie ihr Kleid nicht zu sehr zerdrücken).

Bald darauf kommen sie bei Jeromes Wohnung an, die Jean in Ermangelung eines Schlüssels (und weil Jerome nicht da ist) aufbrechen darf.

Als sie in der Wohnung sind, klingelt das Telefon. Anshara hebt ab, da Claudia den Hörer nicht anfassen mag, aber als sie Roscos Stimme hört, läßt sie den Hörer zu Boden plumpsen. "Da-d-da-da ist wieder dieser Brutalo-Brujah am Telefon!"

Sara übernimmt das Gespräch, und Rosco erzählt, daß sein Informant getötet wurde. Er untersucht weiter in Gelsenkirchen, wer dafür verantwortlich war.

Bei einer kleinen Hausdurchsuchung bei Jerome finden sich die zwei Festplatten (eine von der Villa Hügel, eine von Frank Eberhardt) und die ganzen schriftlichen Materialien, die von Claudia prompt auf ihre Vollständigkeit untersucht werden (sind sie aber).

Es handelt sich dabei um:

Als Anshara das hört, sagt sie zuerst "Was für ein Glück!", ehe ihr einfällt, daß doch diesen Nachmittag ein Nosferatu in ihrem Zimmer gewesen sein muß. Claudia ist höchst fasziniert darob, läßt sich aber nichts anmerken. Sie gehen weiter die schriftlichen 'Beweisstücke' durch.

Sara wirft ein, daß Sabine Letharius immer noch vermißt wird.

Es wird erwähnt, daß auch Karl Schreckt wissen wollte, wo der verschwundene Dolch und der vermißte Kelch sind. Der Dolch sei ein magisches Objekt, das in Feenblut getränkt wurde, der Kelch wiederum einer der Blutkelche aus Menschengebein. Als der Justicar da war, erklärten die Clanverteter, daß ein Brujah, eine Toreador, fünf Nosferatu und ein Ventrue (Altfried Krupp) verschwunden seien.

Anshara schreibt Jerome einen Brief (in Englisch), in dem sie ihm erklärt, wo die Unterlagen und Festplatten abgeblieben sind.

* * *

Mit dem ganzen Papierkram und den beiden Festplatten machen sich die wackeren Recken auf nach Essen, wo Anshara ihren Computer im Hotel hat.

Anshara hat keine große Schwierigkeiten, den Platten die Daten zu entreißen, nachdem sie sie an ihre Kiste angestöpselt hat.

Die Festplatte von Frank Eberhardt enthält nicht allzuviel, nur eine Datei, in der die Pseudonyme Astarte, Beelzebub, Samael, Asrael und Logan stehen, wobei Logan die folgende Email-Adresse an der Uni Essen besitzt: zz112xy@aixrs1.hrz.uni-essen.de.

Die Festplatte aud Prinzessin Theophanus Rechner erweist sich als wesentlich ergiebiger. Sie enthält:

Als Anshara noch mal präventiv undelete in ein paar Verzeichnissen anwirft, findet sie noch einen Brief von Prinzessin Theophanu an Prinz Gustav, in welchem sie in ihrer höflichen Art Kritik an ihm übt und nachfragt, ob er eventuell von Sabbat-Aktivitäten im Ruhrgebiet gehört hat.


Rollenspiel auf dem HT96/1 vom 1995/11/25

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anastasia/Damien (Malkavianerin) Miriam
Anshara (Toreador) Stayka
Claudia de Montclair (Tremere) Reena
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Jerome Vanquardt (Toreador) The In-Betweener
Rosco (Brujah) Ace Larson
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha

NSCs: Thorben Rathenau; ein Typ mit Flammenwerfer, einer mit Maschinenpistole, einer mit Schrotflinte; ein gestohlenes Taxi, ein gelbes Ballettkleid, Kurt Flangowski, zwei Wachposten, ein Hund, eine Fernbedienung


Da sie mit den ganzen Daten nicht viel anfangen kann, beschließt Anshara, Phantomas zu kontaktieren, ein Kainskind, das sie nur über das Internet kennt, und von dem sie lediglich weiss, daß er (oder sie?) offenbar mit Simon befreundet ist. Er hat ihr schon vorher ab und zu Informationen gegeben, wobei sie jedoch nicht die geringste Ahnung bezüglich seiner Motive dafür hat.

Sie stellt eine Anzahl von Fragen zusammen, die sie an phantomas@notre-dame.xnet.paris.fr (natürlich mit einem Public Key gesichert) schickt. Weiterhin sucht sie die Namen aller Heilpraktikerinnen in Essen aus dem Branchenbuch, da die Möglichkeit besteht, daß eine davon Astarte ist.

Anschließend ruft sie noch bei Simon an, da er ihr letztlich versprochen hatte, ihr demnächst ein weiteres Thaumaturgisches Ritual beizubringen. Sie hängt die Zeit bis zum Sonnenaufgang am Telefon und läßt sich also genaustens erklären, wie das erststufige Ritual 1: Reinheit des Fleisches (Purity of Flesh) funktioniert.

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Kapitel 6: Anzüglichkeiten

Man schreibt Samstag, den 5. August 1995, etwa gegen 21:30 Uhr.

Direkt nach dem Aufstehen hängt Anshara schon wieder am Telefon und verbringt nochmals gut 45 Minuten damit, Simon über das Ritual auszuquetschen, bis sie meint, daß sie es verstanden hat.

Ihre Kleidungsstücke sind während des Tages gereinigt zurückgebracht worden. Jedes Kleid ist in eine Plastikfolie gehüllt, und alles liegt überall dort herum, wo Platz war. Sogleich hängt Anshara einen Teil der Sachen wieder in den Schrank zurück, ehe ihr einfällt, daß sie ja dreizehn scharfkantige Steine für den Test des Rituals braucht. Sie steigt in das gelbe Ballettkleid, das als einziges nicht eingepackt ist.

Jean ist in seinem Zimmer und zieht sich an, und Sara befindet sich immer noch in der Badewanne. Während Anshara draußen nach den Steinen sucht, wählt Sara etwas von Ansharas Sachen zum Anziehen aus.

Vor dem Sheraton steht Anastasia herum (sie war von einem seltsamen Impuls getrieben worden, das Hotel aufzusuchen) und beobachtet Anshara, wie diese Steine aufhebt, auf ihre Scharfkantigkeit überprüft und dann in einen Plastikbeutel stopft. Da Anastasia das Verhalten der Lady in dem Ballettkleid etwas merkwürdig findet (ob sie wohl auch eine Malkavianerin ist?), folgt sie ihr mit eingeschalteter Verdunklung 2: Unsichtbare Gegenwart ins Hotel und das Zimmer.

Dort steigt Anshara aus dem Ballettkleid, hängt dieses zu den eingepackten Sachen in den Schrank, ehe sie auch noch alle anderen Hüllen fallen läßt, den Schmuck ablegt, ihr Make-Up abwäscht (was ihr einige merkwürdige Blicke von Sara einbringt) und sich im Schneidersitz auf den Boden hockt, bevor sie dreizehn der eingesammelten Steine um sich drapiert und zu meditieren beginnt.

Claudia klopft wiederholt an und wird ignoriert, da Anshara in Trance ist, Sara im Bad und Anastasia verdunkelt im Zimmer sitzt und sich überlegt, was sie hier eigentlich soll. Aus lauter Langeweile beschließ sie, die Steine um Anshara zu verschieben.

Schließlich erwacht Anshara aus ihrer Trance, und sie hat das Gefühl, das Ritual hat geklappt. Als sie jedoch einen Blick auf ihre linke Hand wirft, stößt sie einen markerschütternden Schrei aus, denn dort haben sich einige braune Flecken gebildet. Anshara rennt wie von sieben Werwölfen gehetzt ins Bad und schrubbt verzweifelt ihre Hand. Kein Erfolg.

Claudia, die den Schrei gehört hat, betritt nun kurzerhand das Zimmer, sieht die dreizehn Steine und konstatiert sofort, daß da wohl ein Ritual zelebriert worden ist. Und aus der unübersichtlichen Anordnung der Steine schließt sie, daß entweder ein Dilettant am Werk war oder etwas schiefgegangen ist. Oder beides. Als Anshara (immer noch splitterfasernackt) aus dem Bad stürmt und an ihrer Hand herum wienert, guckt Claudia ein wenig irritiert und meint, sie sollte doch lieber nichts tun, wovon sie nichts versteht... Anshara schmollt und entgegnet, daß sie sehr wohl weiß, was sie tut, und daß sie keine Ahnung hat, warum die Steine verschoben worden sind.

Anastasia kann ein Kichern nicht unterdrücken, und mit Auspex 2: Aura-Wahrnehmung bemerkt Anshara die Malkavianerin, die in einer Ecke sitzt und so tut, als könne sie kein Wässerchen trüben. Obwohl (oder eher weil) die Aura auf die Emotionen 'Glück' und 'Ruhe' hindeutet, vermutet Anshara, daß Anastasia etwas mit dem verschobenen Steinen zu tun hat.

Die Ägypterin ist immer noch außer sich wegen der Flecken, welche die alabasterne Perfektion ihrer Haut verunzieren. Sie beschließt, den Versuch zu wagen, einen Blutpunkt zur 'Heilung' der Flecken einzusetzen, aber auch das funktioniert nicht. Gefrustet (und nach mehrfacher Aufforderung von Claudia, sich doch endlich anzuziehen) baut Anshara sich vor dem Kleiderschrank auf und meditiert darüber, welche Robe heute dem Anlaß angemessen wäre.

Als Anshara nach zwanzig Minuten noch keine Entscheidung gefällt hat, beschließ Claudia, Anshara mit Beherrschung 2: Hypnose zu ihrem Glück zu zwingen. Sie bringt die Ägypterin dazu, sie anzusehen und schickt den Befehl "Zieht Euch sofort ein Kleid an!" ab. Leider (zum Glück!) vergeigt Claudia ihren Wurf und hypnotisiert sich selber, was darin resultiert, daß sie sich das erste Kleid aus dem Schrank greift und über ihr elegantes, schulterfreies, schwarzes Samtkleid stülpt. Es handelt sich dabei natürlich um das gelbe Ballettkleid, was an Claudia einen ...ungewöhnlichen Anblick bietet. Glücklicherweise ist die Baronesse nicht ganz so groß wie Anshara (1.56m gegenüber 1.60m), so daß das Ganze hervorragend paßt.

Anshara ist ob der Aktion leicht irritiert und denkt sich ihren Teil, beschließt aber, Claudia beim Schließen des Reißverschlusses zu helfen, ehe sie ihrerseits endlich in ihre Dessous steigt und dann lange, goldene Handschuhe überstreift, um die peinlichen Flecken auf ihrer rechten Hand zu verdecken. Claudia bewundert sich im Spiegel und hält das Kleid für das tollste Ding seit der Erfindung von Toastbrot.

Das Telefon klingelt bestimmt zehn Minuten, ehe Anshara endlich abhebt. Es handelt sich um Jerome, der ihr mitteilt, daß Rosco eine neue Spur hat. Anshara bedankt sich für den Anruf, erklärt, daß sie sich noch anziehen muß und legt anschließend auf. Claudia geht fast die Wand hoch, da Anshara nicht nach der Adresse gefragt hat oder was die beiden genau planen. Sie besteht darauf, daß Anshara Jerome sofort zurückruft. Leider ist just dann nur noch der Anrufbeantworter dran... Anshara bittet Jerome, sie schnellstmöglich zurückzurufen (und da sie auch Claudia gegenüber noch mal verkündet, daß sie sich doch noch anziehen muß, kommt das auch noch mit auf's Band...).

Da Anastasia sich tödlich langweilt, schaltet sie den Fernseher an und guckt sich die lokalen Nachrichten an. Jean, der es endlich auch geschafft hat, sich anzuziehen, klopft an, und Sara läßt ihn ein. Als er Claudia in dem gelben Ballettkleid sieht, grinst er breit, sagt aber nichts.

Jean und Sara setzen sich auf die Sitzecke, und Claudia bittet Sara, den Fernseher abzuschalten, was diese auch tut. Anastasia kriegt einen Schreikrampf und schaltet den Fernseher wieder ein. Claudia ist schwer enerviert. Sie bittet Sara erneut, das Gerät auszuschalten. Als Anastasia abermals einschaltet, nimmt Claudia ihr die Fernbedienung weg und wirft sie in die Toilette (die Fernbedienung!).

Anastasia schaltet am Gerät wieder an, woraufhin Claudia Präsenz: Blick der Furcht auf sie anwendet, was sie mit zwei Krokodilstränen quittiert. Anshara reicht ihr ein Taschentuch, damit ihre Sachen bloß nicht versifft werden. Anastasia reißt die Hand weg, und Anshara guckt sie nun ebenfalls verärgert mit Präsenz: Blick der Furcht an, woraufhin Anastasia sich hinter Jean versteckt. (Irgendwann verschwindet sie spurlos.)

Claudia fordert Anshara und Sara auf, sich endlich zu setzen, was sie ausnahmsweise mal ohne größere Diskussionen tun. Endlich gelingt es ihnen, zumindest einen Teil der Daten auszutauschen.

Irgendwann kurz darauf ruft Jerome an und erzählt von Rosco und dem Haus in Essen-Werden, daß sie observieren. Jerome beschließt zu kommen, und den Rest der Gruppe im Hotel abzuholen, während Rosco weiter beim Haus von Kurt Flangowski bleibt. Da nicht alle in seinen Maserati passen, müssen sie noch ein zweites Auto organisieren, weshalb Claudia Anshara eine Telefon-Nummer gibt, damit sie Thorben Rathenau, einen ihrer Verbündeten mit dessen Auto herbestellen kann.

(Thorben Rathenau ist ein Gentleman Mitte 30, ruhig, beherrscht, trägt Anzug und Krawatte und ist Typ Geschäftsmann.)

* * *

Schließlich kommt Jerome an und will die Truppe abholen. Der Bentley von Thorben Rathenau steht ebenfalls schon vor dem Hotel, als auf einmal der Punk Damien in Ansharas Hotelzimmer auftaucht ohne anzuklopfen.

Damien ist vage weiblich, hat knatschbunte Haare in einem wilden Mop und trägt abgerissene Klamotten mit Nieten. Als Anshara Auspex 2: Aura-Wahrnehmung anwirft, erkennt sie, daß Damien ein Vampir mit bunter Aura ist (passend zur Frisur).

Da Damien sich unentwegt kratzt, als ob er Flöhe hätte, versteckt sich Claudia sicherheitshalber hinter Jerome. Da Damien ihr unbeirrt folgt, beschließt auch Jerome, lieber vorsichtig zu sein als sich etwaige Flöhe einzuhandeln und versteckt sich unter Claudias Röcken. Geschockt von diesem eklatanten Bruch aller existierenden Etikette rast Claudia höchst undamenhaft los wie von zehntausend Furien gehetzt und rettet sich völlig entnervt in Thorbens Bentley.

Sara explodiert fast, und Damien guckt nur amüsiert, während Anshara ihre Kleider rettet. Claudia schickt Thorben hoch, um den Rest der Leute abzuholen, und Anshara stellt per Auspex 2: Aura-Wahrnehmung fest, daß auch Thorben ein Kainskind ist.

Damien sieht Thorben und fragt ihn, was er für ein Auto fährt. Als sie hört, daß es sich um einen Bentley handelt, hängt Damien sich bei ihm ein und will los. Die versammelte Mannschaft geht erst einmal nach unten.

Anshara und Jean steigen zu Jerome in den Maserati, während Damien kurzerhand vorne in den Bentley geklettert ist und sich weigert, den Platz für Sara frei zu machen. Jerome und Co. beschließen, schon einmal loszufahren.

Da Damien kurzerhand per Beherrschung 1: Befehle für den müden Geist von Sara aus dem Wagen befördert wird, klaut sie sich ein Taxi und folgt dem Bentley.

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Kapitel 7: Besuch bei Asrael

Gegen 03:00 Uhr kommen die 'Helden' endlich bei Rosco in Essen-Werden an; dieser hat schon ärgerlich Däumchen gedreht. Das Haus ist mit Überwachungskameras und einem möglicherweise scharfen Hund im Garten gesichert.

Claudia nimmt Jerome beiseite, und die beiden unterhalten sich über die künftige Zusammenarbeit. Es werden die mittlerweile gefundenen Informationen ausgetauscht. Anshara lauscht mit Auspex 1: Geschärfte Sinne und fragt sich, was Claudia wohl im Schilde führen mag...

Rosco und Jean beschließen, bei Kurt Flangowski einzubrechen. Damien erscheint mit dem geklauten Taxi und geht nunmehr Rosco auf die Nerven.

Anshara beschließt, Jerome zu testen und fragt ihn, was Claudia gesagt hat, und er erzählt ihr alles wahrheitsgemäß.

Nun meditieren alle zusammen (außer Damien) darüber, wie sie in das Haus hineinkommen können. Es gibt zwei Probleme: ein Bewohner ist noch wach, und im Garten rennt der Hund herum. Da der Hund nicht so leicht abzulenken ist, beschließen sie zunächst, mit Gewalt ins Haus einzudringen, ehe es Jean einfällt, daß Damien doch offenbar der Verdunkelung mächtig ist.

Da Damien jedoch allen wohlgemeinten Überredungsversuchen Roscos erfolgreich widersteht, beschließen Rosco, Jerome, Sara, Jean und Anshara, nicht mehr lange zu fackeln und werfen gemeinsam Präsenz: Ehrfurcht an. Die gemeinsamen zehn Erfolge erwischen nicht nur Damien, sondern auch Claudia, und sie findet die Truppe auf einmal absolut toll, bis sie endlich einen Willenskraftpunkt einsetzt, um die Ehrfurcht wieder loszuwerden.

Weil Damien die fünf nun für echt geile Kumpels hält, schleicht sie sich in den Garten und dreht die Überwachungskamera weg. Jerome und Thorben warten im Auto, während Jean und Rosco, gefolgt von Anshara und Claudia, sich zum Haus schleichen.

Anshara und Claudia bleiben an der Tür und warten auf den Hund. Anshara versucht sich mit dem Attribut Manipulation an dem Hund, das geht aber schief, und so folgt sie Jean, während Claudia nun Thaumaturgie: Vit\aelig;-Raub gegen das Tier einsetzt. Der Hund verliert zwei Blutpunkte und fühlt sich gar nicht gut.

Anshara ist mittlerweile im Haus und spürt, wie sich ein Typ an sie anschleicht. Auch Claudia hört diesen und versteckt sich bewegungslos hinter einem Vorhang, da ihre Taftunterröcke bei jedem Schritt herumrascheln. Mit Auspex 1: Geschärfte Sinne überwachen die beiden die Fortbewegung ihres Verfolgers.

Jean ist oben im Haus, und Damien schlendert einfach durch die Gegend.

Plötzlich fällt ein Schuß, und sowohl Anshara als auch Claudia erleben mal wieder die negative Seite der geschärften Sinne. Das war laut. Ansharas Willenskraftwurf gelingt, und sie erholt sich, aber Claudia patzt und fühlt sich total daneben.

Der Typ, der Anshara und Claudia verfolgte, ist von Rosco angeschossen worden. Anshara beschließt, ihn präventiv mit Präsenz 1: Ehrfurcht zu behandeln, aber er ist vor Schmerzen eh fast k.o. Claudia muß einen Willenskraftpunkt einsetzen, um die nächste Ladung Ehrfurcht abzuschütteln. Anshara leistet dem Typen nun Erste Hilfe und patzt bei Auspex 2: Aura-Wahrnehmung. Da sie nichts aus ihm herauskriegt, beschließt sie, ihn wenigstens als Nahrungsquelle zu verwenden und ergänzt ihren Blutvorrat an ihm, woraufhin er geschwächt stirbt.

Damien ruft, daß sie ein Zimmer mit Computer entdeckt hat.

Auf einmal erscheinen drei schwerbewaffnete Typen (Flammenwerfer, Maschinenpistole, Schrotflinte). Sara und Jerome kommen ins Haus, um die anderen zu warnen (sie hatten die Ankunft der Gegner per Auto mitbekommen).

Claudia und Sara gelingt es, den Flammenwerfer-Typen mit Beherrschung: Hypnose umzudrehen, und der hält nun seine Kumpels für Gegner. Rosco, sowie Jerome und Anshara versuchen, die beiden anderen mit Präsenz 2: Blick der Furcht zu vertreiben, doch es gelingt ihnen nicht.

Mit einer ausgedehnten Würfelorgie gelingt es Rosco, Mr. Schrotfline und Mr. Maschinengewehr auszuschalten (einer flüchtet, der andere ist hin).

Ein Typ mit Butler kommt von oben und flüchtet zur Garage, verfolgt von Jean.

Claudia packt Jerome und zerrt ihn hinter sich her, um die zwei zu verfolgen. Sie steigen in den Maserati und jagen dem Wagen mit den Flüchtlingen hinterher.

Als Jean endlich hinter dem Haus ist, um Thorben zu informieren, steigt er zu diesen in den Wagen und läßt den erst mal nach vorne um das Haus fahren um dann den Maserati verfolgen.

Damien fährt mit dem geklauten Taxi zurück.

Jerome vergeigt einige Würfe und rammt den gegnerischen Wagen, bis er ihn dann endlich überholt. Claudia hypnotisiert den Fahrer (den Butler), anschließend den Beifahrer und bringt ihn dazu, mit in den Maserati zu steigen. Den Fahrer lassen sie kurzerhand mitten auf der Straße stehen. Sie fahren zu Claudias Villa und sperren den Typen, der tatsächlich Asrael ist, erst mal in den Keller.

Thorben bewacht das Haus, und Jean übertagt dort in einem Gästezimmer.

Als die Lage halbwegs beruhigt ist, düst Anshara dahin, wo Damien vorher einen Computer entdeckt hat, knackt die Sicherungsmaßnahmen und schreibt alle relevanten Informationen auf ein Paket formatierte Leerdisketten heraus, ehe sie alle herumstehenden Diskettenboxen auch noch eintütet (in die Jutebeutel aus ihrer Tasche).

Anshara und Sara übertagen in Roscos Auto.


Rollenspiel Stayka vom 1995/12/21

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anshara (Toreador) Stayka
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Jerome Vanquardt (Toreador) The In-Betweener
Rosco (Brujah) Ace Larson

NSCs: Eine Krankenschwester, eine Dame mit einer Blutkrankheit, diverse Typen in Hattingen


Da es in dem Auto alles andere als angenehm und/oder sauber war, beschließt Sara, nach Bochum zu fahren, um sich wieder herzurichten. Anshara begibt sich ins Sheraton, um gleiches zu tun.

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Kapitel 8: Asrael packt aus

Man schreibt Sonntag, den 6. August 1995, etwa gegen 21:00 Uhr.

Jerome wacht auf und findet einen Brief von Claudia vor, die schreibt, daß sie geschäftlich nach Saarbrücken mußte. Er, Jerome, soll schon mal Asrael interviewen.

Nicht faul, ruft er kurzerhand bei Anshara an und teilt ihr mit, daß Asrael bei Claudia im Keller steckt und bittet sie, zum Verhör dorthin zu fahren. Sie sagt zu, vergißt aber, ihn nach der Adresse zu fragen.

Anshara (die erstaunlicherweise bereits angekleidet ist) versucht, Jean zu wecken, doch klopfen an die zugesperrte Tür nützt wie üblich nichts. Sie versucht sich mit ihrem Schweizer Taschenmesser an der Tür, und die geht tatsächlich auf. Anshara teilt Jean mit, was Sache ist und muß ihm beichten, daß sie die Adresse nicht erfragt hat. Leider kennt die Telefonauskunft nur die Adresse der Wohnung und nicht die des Hauses. Per Computernetz findet Anshara auch nichts, und erst als Jerome noch mal von seinem Handy aus anruft, erfahren sie ihr Ziel, die Dreierlenallee Nr.4. Anshara hackt dies kurzerhand in den Computer, ebenso wie Jeromes Handy-Nummer.

Anshara sagt, daß sie und Jean in etwa einer Stunde dort sein werden, da sich Jean noch anziehen muß. Sie packt ihre Tasche und nimmt auch ihren Laptop und die Disketten aus Asraels Haus mit, da sie bislang noch keine Zeit hatte, diese zu sichten.

Per Taxi fahren die beiden zu Claudias Haus, wo sie von Thorben eingelassen werden. Er führt sie in ein Gästezimmer, da Jerome gerade auf der Jagd ist. Anshara blättert die diversen französischen und deutschen Klassiker durch, während Jean einfach nur wartet. Thorben beobachtet den Franzosen sicherheitshalber. Zwischendurch kommt der Hausmeister kurz vorbei und erkundigt sich bei Thorben, ob der Gast etwas zu essen bekommen soll, was dieser bejaht.

Endlich kommt Jerome gesättigt zurück, und die versammelte Mannschaft trabt gen Keller. Jeromes Handy klingelt. Es ist Rosco, der bei der Jagd auf allerlei unerwartete Schwierigkeiten getroffen ist, und Jerome versichert, daß er so schnell wie möglich kommen will - wenn er endlich etwas zu futtern gefunden hat.

Nun widmen sich Anshara und Jerome dem Gefangenen Asrael. Während Anshara ihn mit Präsenz 2: Blick der Furcht einschüchtert, wendet Jerome Präsenz 3: Entzücken an, und die beiden spielen 'Guter Vamp - böser Vamp'. Dummerweise ist keine Steckdose da, aber Anshara hat zum Glück einen Akku im Laptop, und sie nutzt das Ding, um die diversen Infos aus den gefundenen Dateien als Gedächtnisstütze anzuzeigen.

Asrael beschwert sich bei Jerome, dem er förmlich zu Füßen sinkt, daß er Anshara nicht mag, weil sie ihm Angst macht. Die beiden versuchen, ihm Informationen zu entlocken, aber Asrael besteht darauf, daß er weder Armageddon noch die Fraternitas Luciferii kennt.

Endlich kommt Rosco an. Er sieht Asrael und schüchtert ihn ziemlich handfest ein. Er beschwert sich bei diesem, daß er viel zu früh aus seinem Haus abgehauen ist. Rosco will wissen, wer die drei Bewaffneten auf die Kainskinder gehetzt hat, und Asrael vermutet, daß Astarte dies getan hat.

Da Asrael nach Roscos Meinung viel zu zögerlich antwortet, wirft er nun den Stuhl des Gefangenen um, um ihn weiter zu demoralisieren. Da selbst das nur moderat hilft, zückt Rosco seine Pistole und setzt sie Asrael an den Kopf.

Anshara, die die Zeit nutzt, in den mitgenommenen Disketten nach weiteren Anhaltspunkten zu suchen, fragt erneut nach Armageddon, und nun wirft auch Rosco Präsenz 2: Blick der Furcht an. Asrael leugnet weiterhin, diesen zu kennen. Rosco versucht sich an einem Kraftakt und hebt Asrael samt seinem Stuhl hoch, um ihn zu beeindrucken. Nun gibt er zu, Astarte habe Armageddon einmal erwähnt.

Rosco erkundigt sich, ob dieselben Leute wie bei dem Überfall auf Asraels Haus auch die Villa Hügel abgefackelt haben. Asrael behauptet, er habe nichts damit zu tun, das war alles Astarte. Rosco schüchtert den Mann weiter ein.

Per Computer entdeckt Anshara ein paar interessante Daten auf den Disketten von Asrael. Zum Beispiel sind da in einer Datei nicht unbeträchtliche Spenden an 'FL' auf ein Konto in Luxemburg verzeichnet, ebenso Ausgaben für 'Entledigungen'. Beides sind ziemliche Kostenfaktoren. Eine weitere höchst interessante Eintragung besagt: Armageddon 200 000 DM gespendet an Brüder des Lichts e.V. für einen Dolch.

Anshara weist auf ihre Funde im Computer hin (Armageddon, FL, Dolch...), woraufhin Rosco Asrael eine schallert und vier Schadenspunkte erzielt (Zähne adé...). Anshara und Rosco bearbeiten Asrael eindringlich, und der gibt sogar zu, ein paar Sachen zu kennen.

Schließlich beschließen sie, sobald als möglich den Bischof Franz Ladek heimzusuchen, der im Generalvikariat wohnt.

Gegen 02:00 Uhr nachts ruft Rosco über Jeromes Handy seinen Brujah-Kontakt an. Der sagt, daß er aber einen Gefallen bei ihm gut hat, wenn er ihm erneut Infos liefert. Rosco sagt zu, am 20.08.95 für ihn da zu sein. Der Kontakt teilt ihm mit, daß Armageddon die Nr.1 der Fraternitas Luciferii ist, er aber noch von niemandem gesehen wurde.

Weiter bekommt er die Information, daß die Firma vier Sicherheitsanlagen eingebaut hat, und zwar bei Frank Schellenberg (Computerfachmann); Erich Frandowski; im Haus der Bruderschaft des Lichts in Hattingen und bei Madame Isabell (ein einfaches System für nur 10 000 DM). Außerdem haben sie bei einem Nosferatu in Stockholm eine Sicherheitsanlage eingebaut.

Sie fahren also zunächst zu Madame Isabell und halten ein paar Straßen entfernt (Anshara fährt mit Jerome, Rosco in seinem Wagen und Jean mit einem Taxi; Jean kommt als erster an). Anshara hat eine schwarz/goldene Kombination an und geht in das Café, wo sie Auspex 2: Aura-Wahrnehmung anwirft. Es sind alles Menschen, es gibt nur eine Reststrahlung einer blassen Aura an der Tür, wo es sich möglicherweise um einen Nosferatu handeln könnte. Außerdem spürt sie etwas, das sich wie dynamische Energie anfühlt.

Sie bestellen etwas zu trinken (stilles Wasser für Anshara, das paßt besser in die Blumen). Die Bedienung erzählt, daß Madame Isabell, die Besitzerin des Cafés, überstürzt nach Hattingen abgefahren ist.

Per Auspex 3: Geistige Berührung testet Anshara den Griff der als 'Privat' gekennzeichneten Tür. Sie nimmt Madame Isabell wahr. Diese ist eine Frau Mitte 40 mit einer schwarzen Perücke über blonden Haare, die über keinerlei magische Fähigkeiten verfügt.

Auf Jeromes Bitte wirft Anshara Auspex an, um etwaige verdunkelte Kainskinder aufzuspüren; sie findet aber niemanden.

Ein Typ in rosa und weiß karierter Jacke (sehr geschmackvoll) kommt auf die vier zu und erzählt, daß er von Außerirdischen (Weganern, wie er sagt), entführt worden war. Er zeigt diverse Narben an seinem Arm als Beweis. Anshara betrachtet ihre Flecken von dem mißglückten Ritual (sie sind etwas heller geworden), woraufhin der Mann fragt, ob sie auch entführt worden sei. Anshara behauptet ja, und er beginnt zu erzählen...

Er sagt, daß die Weganer eine Station in der Kanalisation haben und zwar in der Friedrich-Ebert-Straße in Hattingen (zweiter Kanaldeckel). Angeblich war vor zwei Stunden noch einer der Weganer hier gewesen, und sie sähen scheußlich aus. Er erklärt, daß sie in der Kanalisation leben.

Mit Jeromes Handy will Rosco seinen Kontakt herrufen, doch der Verrückte warnt ihn, daß die Weganer Handys nur deshalb unter die Menschen gebracht hätten, um sie damit abzuhören. Rosco geht nach draußen und telefoniert, ehe er loszieht, um Waffen zu besorgen (Jerome gibt ihm das Geld - etwa 2000 DM - in bar). Die anderen düsen diskret zurück.

Im Sheraton in Essen nutzt Anshara die verbleibende Zeit, sich ein weiteres Mal am Ritual 1: Reinheit des Fleisches zu versuchen.

Sie hat es zwar offenbar verstanden, aber trotzdem geht irgendetwas schief, und plötzlich sind ihre Haare etwa 5cm kürzer.

Natürlich ist sie total geschockt, kann aber erst einmal nichts tun und beschließt schlafen zu gehen. Vielleicht ist ja bis morgen wieder alles in Ordnung...

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Kapitel 9: Rituale und Raufereien

Man schreibt Montag, den 7. August 1995, etwa gegen 21:00 Uhr.

In Claudias Villa gelingt es Asrael fast, Jerome zu hypnotisieren. Der regiert etwas unwirsch und saugt den Sterblichen aus. Ende von Asrael.

Anshara wacht auf, und ihre Haare sind immer noch kurz. Sie ist total außer sich und beschließt, das Ritual 1: Wiedergeburt der menschlichen Eitelkeit durchzuführen, wofür sie Haarsträhnen mehrerer Kinder braucht. Sie kleidet sich komplett in Weiß (einfache Hemdbluse, Jeans und Turnschuhe) und düst zum nächsten Krankenhaus, wo sie sich als Ärztin ausgibt.

Sie überzeugt sowohl den Portier als auch die Nachtschwester mit Manipulation, Schauspielerei, Führungsqualitäten und Präsenz 1: Ehrfurcht, daß sie unbedingt einen Notfall auf der Kinderstation behandeln muß. Binnen kurzer Zeit hat sie fünf Kinderhaarsträhnen und kehrt mit diesen zum Hotel zurück.

Sie zelebriert also das Ritual 1: Wiedergeburt der menschlichen Eitelkeit, was aber irgendwie total daneben geht. Ihre Haare beginnen, sich langsam, aber sicher zu verkürzen (1cm pro 10 Stunden), was sie mit einem markerschütternden Schrei quittiert.

Aus Frust beschließt Anshara, jagen zu gehen, obwohl sie noch 8 Blutpunkte intus hat. Sie geht zu einem Parkplatz in der Nähe des Hotels, wo sie eine gutgekleidete Frau erwischt, die sich gerade über das Schloß ihres Mercedes beugt. Da ihr aber das Würfelglück in keinster Weise hold ist (zwei Einsen mit zwei Würfeln...), hat die Dame eine unangenehme Blutkrankheit (was sie per Thaumaturgie 1: Sinn für Blut ermittelt, nachdem es höchst unangenehm geschmeckt hatte).

Völlig entnervt wetzt sie zum Hotel zurück wo sie Simon de Sanquere anruft und ihm das mißlungene Ritual schildert. Er sagt, daß sie das Ritual wiederholen muß, aber diesmal richtig. Sie seufzt herzergreifend und überlegt, wo sie diesmal die Haarsträhnen herbekommen soll.

Aber bis dahin will sie zunächst einmal mit Jean zusammen Jerome und Rosco Beistand leisten. Sie fahren also mit einem Taxi zum Haus der Bruderschaft des Lichts e.V. nach Hattingen und halten ein Stück davon entfernt. Es liegt inmitten von Wald etc., und so schleichen Jean und Anshara durch den Wald in Richtung Haus. Beim Wurf auf Geschick und Heimlichkeit haben beide vollen Erfolg (ganz wichtig, da Anshara immer noch schneeweiß gekleidet ist), was in Jeans Fall dazu führt, daß Anshara ihn verliert und erst über Auspex 2: Aura-Wahrnehmung wieder findet.

Sie hören Schüsse (da sowohl Rosco als auch Jerome ihre Würfe auf Geschick und Heimlichkeit vergeigt haben und sich offenbar gemeinsam hinter einer Tanne verstecken, bieten sie den Angreifern ein leichtes Ziel)... In ihrer Nähe läuft ein Mann zum Haus, und Anshara versteckt sich lieber, wobei sie sich vornimmt, beim nächsten Mal einen Tarnanzug überzuziehen.

Ein großes Gemetzel beginnt, und Anshara bleibt hinter Jean, wo sie allerdings hinter seinem Rücken hervorlünkert und Präsenz 2: Blick der Furcht einsetzt, um Jeans Gegner zu demoralisieren. Jean bearbeitet den Mann mit seinem Messer und verletzt ihn schwer.

Trotz heftiger Gegenwehr der Typen aus dem Haus bleiben die vier am Leben und weitgehend unverletzt. Anshara hat die verseuchten Blutpunkte verbrannt, die sie von der Frau bekommen hatte und ihren Vorrat an besagtem Gegner von Jean gestillt, der daraufhin das Zeitliche segnet.

Da einer der Gegner ins Haus fliehen konnte, werden die Insassen nun von der aktuellen Lage in Kenntnis gesetzt, und als Suchscheinwerfer eingeschaltet werden, beschließen die vier, einen strategischen Rückzug vorzunehmen.

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Rollenspiel bei Baldur vom 1995/03/16

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anshara (Toreador) Stayka
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Rosco (Brujah) Ace Larson
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha
Thorda (Gangrel) Kahvi

NSCs: Friseuse, Telefonhändler, Kindergärtnerin, besorgte Eltern, Logan, diverse Typen in Hattingen


Kapitel 10: Überfall im Sheraton

Man schreibt Dienstag, den 8. August 1995, etwa gegen 10:00 Uhr.

Anshara beschließt, zu dieser unheiligen Tageszeit aufzuwachen und schafft es sogar. Sie wankt leicht schläfrig zum Telefon und ruft erst einmal die Auskunft an, um folgende Telefonnummern zu erlangen: zwei Kindergärten in Steele, ein Friseur und ein Telefonladen. Sie bekommt tatsächlich alle vier und ruft nun zuerst beim Friseur an und vereinbart einen Hausbesuch mit einer Perückenkollektion gegen 21 Uhr. Der nächste Anruf ist bei einem der Kindergärten.

Anshara stellt sich als Dr. Müller von der Stiftsklinik Essen vor und erklärt der Leiterin, daß man vermutet, daß einige Leitungsrohre alt sind und man daher Haarsträhnen der Kinder zur Analyse braucht, um sie auf Blei und andere Schwermetalle zu untersuchen. Die Leiterin ist geschockt und verspricht Anshara, schon mal Haarsträhnen ihrer beiden Kinder postlagernd (an das Toxikologische Institut, z.Hd. Prof.Dr.med. Anshara - weil sie in letzter Zeit Ärger mit verschwundenen Briefsendungen hatten) zu schicken, will aber für morgen abend 21:00 Uhr eine Elternversammlung einberufen. Anshara ist einverstanden und sagt ihr Kommen zu.

Um 21:00 Uhr kommt ein Friseurlehrling mit den Perücken, und Anshara sucht sich drei schwarze aus: Eine Cleopatra-Variante, eine überschulterlange lockige und eine po-lange, glatte Perücke. Nachdem die Lady mit großzügigem Trinkgeld abhaut, kommt schon der Telefon-Typ. Anshara läßt sich beraten und nimmt je zwei elegant schwarze zwei D1er und D2er Handys. Leider werden diese erst in 14 Tagen freigeschaltet sein...

Nun taucht auch Jean auf und begutachtet die po-lange Perücke, die Anshara gleich anbehalten hat. Kurz darauf erscheinen Sara und Thorda, eine schlanke, 1.60m große Gangrel mit langen dunkelbraunen Haaren, strahlendgrünen Augen, die wie etwa Anfang zwanzig wirkt.

Da sie Thorda nicht so recht einzuschätzen vermag, wirft Anshara Auspex 4: Telepathie an und bekommt von ihr folgende Eindrücke: Thorda findet Jean mysteriös, hält Toreadors für ein bißchen durchgeknallt, sonst aber okay. Weiter denkt sie, daß Saras Freunde vermutlich ganz in Ordnung sein dürften.

Sara teilt ihnen mit, daß sie ein neues Auto gekauft hat, einen bordeauxroten, 12 Jahre alten Mercedes 200 Diesel Automatik mit einem großen Kofferraum. (RB: Sara hat ein schwarzes Pferd namens 'Blacky'.)

Jerome ruft an. Er teilt ihnen mit, daß er in Düsseldorf ein paar Sachen überprüfen will und daher im Moment nicht kommen kann.

Per Wahrnehmung kriegen die Leute im Zimmer mit, daß sich jemand an der Tür zu schaffen macht. Per Auspex 4: Telepathie kriegt Anshara folgende Gedanken mit: "Das müßte kein Problem sein... Ich muß das nur so anbringen... Sie können auf jeden Fall nicht raus... Hoffentlich schafft Patrick das bei ihrem Freund auch..."

Anshara meint leise: "Oh-oh... Wir haben ein Problem", greift sich einen Stuhl, stürmt zur Tür, reißt diese auf und rammt den dahinter stehenden Typen frontal. Sie trifft, der Typ schießt, sie weicht aus, und der Schuß trifft Sara, die den Schaden aber absorbiert.

Sara schießt zurück, der Typ weicht aber aus. Auf der anderen Seite des Ganges steht Typ Nr.2 und zieht auch seine Kanone. Sara dominiert Nr.1 mit Beherrschung 2: Hypnose, während Thorda versucht, Nr.2 zu überwältigen. Thorda hat keinen Erfolg, während es Sara gelingt, den Typen dazu zu bringen, die Waffe fallen zu lassen und sich hinzulegen. Sara nimmt die Waffe an sich.

Unterdessen ruft Anshara bei der Geschäftsleitung an, um sich zu beschweren, was sich denn hier im Sheraton für ein Gesindel herumtreibt, während Jean außerhalb der Schußlinie bleibt.

Thorda sticht mit ihrem Dolch auf Nr.2 ein, hat aber keinen Erfolg, da der Kerl zu gut ausweicht. Jean sucht derweil in Ansharas Tasche nach dem Klebeband, um Nr.1 zu fesseln.

Sara und Thorda düsten hinter Nr.2 her, und es folgt ein längeres Feuergefecht, bei dem zunächst erstaunlicherweise niemand verletzt wird. Irgendwann bringt Sara einen Treffer an und verwundet ihn. Thorda verwandelt sich per Gestaltwandel 4: Schatten des Tiers in einen eleganten grauen Wolf mit schwarzem Rückenstreifen und folgt nach Abschluß der Verwandlung Sara, die dem Typen in Richtung Treppenhaus hinterhergerannt ist. Thorda überholt Sara, springt den Mann an, und er purzelt ein gutes Stück die Treppe herunter, woraufhin er soviel Schaden nimmt, daß er verkrüppelt ist. Beim Geruch des Blutes verfällt die Gangrel in Raserei und zerfleischt den Typen gänzlich. Sara beschließt, lieber die Flucht zu ergreifen und fährt per Fahrstuhl zum 7. Stock, wo sie sich erst einmal in der Damentoilette frisch macht und versucht, die Pistole des Opfers Nr.1 zu verstecken.

Jean hat derweil Nr.1 gefesselt, geknebelt und im Schrank abgestellt, als die Polizei ankommt, die vom Geschäftsführer gerufen wurde.

Anshara quietscht betont hysterisch herum und nervt Polizei und Geschäftsführer. Natürlich weiß sie nicht, wer sie umbringen wollte, aber vermutlich waren es rechtsradikale Ausländerhasser, denn immerhin ist sie Ägypterin, wenn auch mit französischer Staatsbürgerschaft, und diese Neonazis und Skinheads wollten ja alle Ausländer töten, und es wäre ja empörend etc.

Geschäftsführer und einer der Polizisten versuchen sie zu beruhigen. Dann fragt der Gesetzeshüter, ob Anshara hier einen Hund gesehen habe, was sie zu einem neuerlichen Ausbruch veranlaßt. Thordas Kommentar, daß es ja vielleicht ein Werwolf war, wird mit mitleidigem Blick (total irre...) aufgenommen, und schließlich ziehen die Leute ab und lassen zwei Polizistinnen als Wache da.

Anshara beschließt, zwei Blutpunkte von dem Gefangenen zu trinken, dann packt sie ihn wieder in den Schrank, und sie erzählen anschließend Thorda von der Sache mit Hattingen, der Satanssekte und der Mord an Prinzessin Theophanu. Anschließend fährt die Gangrel zum Übernachten weg.

Sara kommt rein und berichtet, daß sie die Polizistinnen mit Beherrschung 2: Hypnose und Beherrschung 3: Der vergeßliche Geist dazu gebracht hat, sie vorbeizulassen. Als es klopft, verschwindet Sara im Bad, und Anshara macht auf, nachdem sie per Auspex 4: Telepathie gecheckt hat, wer da steht. Es ist eine der Polizistinnen, die etwas benebelt wirkt und wissen will, ob jemand hereingekommen ist. Anshara guckt erstaunt und meint (wahrheitsgemäß), sie habe keinen Menschen hereinkommen sehen. Bald darauf legen sie sich zur Ruhe, und während Anshara ins Bett plumpst, legt sich Sara in die Badewanne.

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Kapitel 11: Nephandi in der Fraternitas?

Man schreibt Mittwoch, den 9. August 1995, etwa gegen 19:30 Uhr.

Anshara wacht auf und zieht sich in nur einer Dreiviertelstunde ganz in Weiß an, inklusive dem Kittel, den sie aus dem Krankenhaus mitgenommen hatte.

Sie beschließt, den Rest der Zeit bis zur Elternversammlung in Steele zu nutzen, um den Typen zu verhören. Der ist ziemlich daneben (die ganze Zeit ohne Wasser und Futter im Schrank...), also erbarmt sie sich seiner und gibt ihm erst mal etwas zu trinken, wobei sie ihn zunächst mit Präsenz 1: Ehrfurcht bearbeitet. Sie fragt ihn, unterstützt von Auspex 4: Telepathie aus und erfährt, daß er nicht weiß, wer ihn geschickt hat. Sein Freund Patrick hat ihn für einen Schuß und 500 DM dazu überredet, die Sprengsätze anzubringen, da er sich damit auskennt. Er war offenbar früher mal bei der Polizei gewesen, und Anshara nutzt die Gunst der Stunde, ihn ein wenig über die Anwendung von Sprengstoffen auszufragen.

Als es Zeit ist, zum Kindergarten zu fahren, spricht sie rasch mit Sara, daß diese den Typen wegschaffen soll. Sara braucht ihn nicht umzubringen, da er eh nichts weiß. Anshara ruft ein Taxi und fährt nach Steele, wo sie den besorgten Eltern einen Vortrag über Gifte hält und ihnen die Notwendigkeit einer Analyse der Haarsträhnen vor Augen führt. Dreißig der Anwesenden stimmen zu und versprechen, je eine Haarsträhne an die bewußte Adresse (postlagernd) zu schicken.

Anshara fährt zum Hotel zurück, wo Jean, Sara und Thorda bereits warten. Nun kommt auch Rosco an, und er erzählt Thorda detailliert, was bis jetzt passiert ist.

Die Gruppe beschließt, sich zunächst bei Roscos Wagen zu treffen, da dort die Waffen untergebracht sind. Rosco weist sie an, sich auf möglichst verschlungenen Wegen dorthin zu begeben, um etwaige Verfolger abzuschütteln.

Rosco und Thorda fahren jeder mit seinem Motorrad los, Jean ruft sich ein Taxi, und Anshara steigt zu Sara in den Mercedes (sie nimmt ihren Notebook mit, da sie ihn nicht im Hotel zurücklassen will). Die beiden Frauen schaffen es tatsächlich, die Verfolger abzuhängen und wissen sogar noch, wo sie sind, also nehmen sie Kurs auf die "Zornige Ameise" in Bredeney, wo sich der Treffpunkt befindet.

Als endlich alle um Rosco versammelt sind, kommt ein Typ vorbei, der dem Brujah seine vier Ladies neidet (er hält den hübschen, langhaarigen Jean auch für eine Dame). Anshara wirft mit mäßigem Erfolg Präsenz 2: Blick der Furcht an, und der Typ verschwindet wieder.

Es ist circa 01:00 Uhr am 10. August 1995, und endlich düsen sie zum Auto, wo Rosco Weihnachtsmann spielt... Er hat eingekauft: diverse schwere Pistolen, Mini-Uzis, 5 x Plastiksprengstoff mit Zündern, Benzinkanister, automatische Schrotflinten, Handgranaten, chemische Zünder...

Anshara nimmt den Plastiksprengstoff entgegen, Jean kriegt drei Handgranaten und zwei Brandsätze, Sara zwei Mini-Uzis und mehrere Magazine zum Umhängen (Sara sieht aus wie ein weiblicher Mini-Rambo).

Es kommt auf, daß möglicherweise irgendwelche Nephandi mit der Fraternitas Luciferi verbandelt sind (eventuell ist Armageddon einer?), und Anshara erzählt den anderen, daß sie von einer Magierin (Branwyn von Llyrdis, einer Daughter of Ether) erfahren hat, daß man besser einen Riesenbogen um besagte Nephandi machen soll. Sie erinnert sich an die bösartig-magische Aura in Claudias Wohnung und schüttelt sich.

Anshara schlägt vor, daß sie vielleicht in der Wohnung von Astarte oder im Tarot-Café einbrechen könnten oder einen Brand legen oder etwas Vergleichbares, um einen Teil der Leute aus der Hattinger Festung herauszulocken. Rosco findet das ganz gut, beschließt aber, zu allererst noch mal im Tarot-Café zu gucken, ob sich da vielleicht noch ein paar Infos auftun lassen.

Rosco nimmt Anshara mit, und sie fahren auf seiner Harley zum Tarot-Café, während auch die anderen noch auf Infosuche gehen. Thorda hat sich von Anshara den Notebook ausgeliehen und chattet online mit Jørgen Høeg, einem Verbena-Mage aus Grönland, während Jean und Sara mit Gereint (Jeans 'Bruder', auch ein Toreador und der Gefährte von Branwyn) telefonieren.

Als sie beim Tarot-Café ankommen, checkt Anshara per Auspex 2: Aura-Wahrnehmung erst einmal die Anwesenden und entdeckt normale Menschen bis auf einen Typen mit einer dunklen Aura, der mit einem etwa 20jährigen Mann und einer 17 oder 18jährigen Frau an einem Tisch sitzt. Sie geht dynamisch zu Auspex 4: Telepathie über und bekommt folgende Gedanken mit: "Dumme Situation, müssen vorsichtig sein. Die beiden sind genau richtig... Leider hat Patrick keinen Erfolg gehabt..." Der Typ heißt Logan oder Frank, ermittelt sie und sagt Rosco Bescheid, der sie aus der Schußlinie schickt.

Anshara zieht sich in Richtung Bar zurück (bestellt ein Mineralwasser), während Rosco sich zu dem etwa 30jährigen Logan setzt, der die beiden anderen wegschickt. Logan will mit Rosco nach hinten rausgehen, um sich dort mit ihm über einen Auftrag zu unterhalten. Rosco weigert sich zunächst, wird aber von Logan hypnotisiert, ihm zu folgen.

Diese Situation kommt Anshara spanisch vor; sie bezahlt und geht außen um das Haus herum. Als sie einen Schuß hört, bemerkt sie, daß sie die falsche Seite genommen hat und joggt nun anders herum. Rosco wird unterdessen ärgerlich und drischt auf Logan ein, bis der verkrüppelt am Boden liegt.

Als Anshara ankommt, hievt er den Verletzten auf die Schulter und düst mit der Toreador erst einmal los. Die Serviererin guckt kurz in den Hinterhof, wird aber mit Präsenz 2: Blick der Furcht hinreichend verschreckt, daß sie die Kurve kratzt.

Sie joggen zu einem Hinterhof, der neben einer unangenehm heilig wirkenden Kirche liegt, aber man kann nicht alles haben. Ein wenig unbehaglich legt Rosco den Typen ab. Logan ist ziemlich hin, versucht aber, Rosco zu hypnotisieren, ihn zu einem Arzt zu bringen. Da Rosco aber messerscharf kombiniert, daß Anshara schließlich so etwas wie eine Ärztin ist (Heilpraktikerin ist nahe genug dran), bleiben sie in dem Hinterhof, und Logan ist gefrustet.

Anshara nimmt ihm per Akupressur ein wenig von seinen Schmerzen und fragt ihn unter Auspex 4: Telepathie aus. Er erzählt, daß vier Personen und vier Wachen in Hattingen sind. Er kennt keine Nephandi, hält aber alle Fraternitas-Anhänger für große Magier (obwohl sie par definitionem bestenfalls Hedge Magic beherrschen). Das Codewort für die Festung ist "Lucifer Rules", an die Telefon-Nummer von dort denkt er aber nicht. Rosco ist ein wenig ungehalten darüber und piekt Logan ein wenig in die Rippen. Anshara ist darüber sehr erbost, da der Mann schon ziemlich hin ist, außerdem hat sie noch Auspex 4: Telepathie an und spürt den Scherz ziemlich deutlich. Er fragt Logan weiter aus. Auf die Frage, wo sich der Rest der Fraternitas befindet, heißt es: Asrael (Kurt) ist tot, Beelzebub, ein Nosferatu, der Bischof und Astarte sind in Hattingen.

Weder auf die Frage "Wo ist Armageddon?" noch "Wer ist Armageddon?" hat er eine Antwort. Da Logan offenbar nichts weiter bringt, holen sich Rosco und Anshara ihre Blutpunkte bei ihm zurück, und er haucht sein unseliges Leben aus.

Mittlerweile ist es gegen 03:00 Uhr nachts, und sie beschließen, zum Treffpunkt zurückzukehren.

Jean hat herausgefunden, daß es bei der Fraternitas insgesamt fünf Nephandi gibt, die über die ganze Welt verstreut sind. Auch Thorda hat ansonsten nichts neues erfahren.

Sie halten einen Kriegsrat. Was sollen sie nun tun? Ist eventuell Armageddon ein echter Mage? Rosco zweifelt, Anshara jedoch hält es für durchaus möglich (wegen der Aura in Claudias Wohnung). Rosco beschließt, Inge um ein paar Leute zu bitten, die am Tag Wache schieben. Er bekommt zwei Leibwächter, die am Sheraton aufkreuzen, wo er nun auch eincheckt. Sara und Jean jagen noch ein Weichen, mit Erfolg.

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Kapitel 12: Showdown in Hattingen

Man schreibt Donnerstag, den 10. August 1995, etwa gegen 05:30 Uhr.

Während die anderen sich zur Ruhe begeben, beschließt Anshara, den Tag über wachzubleiben, um etwaige Gegner zu überraschen. Da sie die einzige mit ausreichend Auspex und Wahrnehmung ist, darf sie alleine Wache schieben.

Sie nutzt die Zeit, um einen Hotelboten zur Post zu schicken, um die ersten Haarsträhnen abzuholen und bekommt tatsächlich das Kuvert mit den Strähnen der Kinder der Leiterin. Sofort wiederholt sie das Ritual 1: Wiedergeburt der menschlichen Eitelkeit, und siehe da, prompt haben ihre Haare wieder die alte Länge. Jubelnd hüpft sie herum und schafft es sogar, Thorda und Sara kurz aufzuwecken, die das gar nicht so nett finden.

Bis zum Abend bewundert sich Anshara im Spiegel, und sonst passiert nichts von Bedeutung.

* * *

Gegen 21:30 Uhr wachen die anderen auf, und die Gruppe formiert sich wieder. Rosco hat ein Paket erhalten, das von Anshara mit Auspex 3: Geistige Berührung getestet wird. Der Absender war ein Mann mit aufgeregter Aura. Rosco macht das Teil kurzerhand auf, und es handelt sich um ein Musikdemotape. Er hatte sich den Nachtportier gegenüber als Musikproduzent ausgegeben und die Leibwächter im Gegenzug gegen die Gefälligkeit durchgeboxt, daß er sich das Demo seines Sohnes anhörte.

Rosco verlängert den Vertrag der Leibwächter um eine weitere Nacht, ehe die fünf nach Hattingen fahren, um die Fraternitas auszuheben. An der Festung angekommen, auspext Anshara herum (Auspex 2 und 4) und findet zunächst zwei Menschen im Wachhaus.

Sie beschließen, die Ablenkung doch noch durchzuziehen, und Thorda düst mit dreien der Sprengladungen ins Tarot-Café. Sie bringt die Ladungen in der Damentoilette an, und da sie deren Sprengkraft ein wenig unterschätzt haben, fliegt das komplette Café in die Luft. Oops.

Nach geglückter Ablenkung fährt Thorda nach Hattingen zurück, wo die fünf abwarten, ob sich nun etwas in dem Fraternitas-Bau tut. Bald fährt ein Wagen ab, in dem zwei Männer sitzen. Es handelt sich um Menschen, der eine hat eine dunkle, leicht magische Aura, während der andere eher dümmlich wirkt. Auch eine Frau hat die Festung verlassen.

Schließlich beschließt Rosco, daß nun der Zeitpunkt wäre, zum Angriff überzugehen. Er wirft zwei leicht aufgeschraubte Kanister über das Tor, die zwischen Wachposten und Hauptgebäude landen. Als er die Handgranate hinterherwirft, und es Boom! macht, sind die beiden Wachen platt.

Anshara, Jean, Sara und Thorda sind noch am Auto, als Rosco den beiden anderen herausstürmenden Typen je eine Handgranate zuwirft. Die Gegner schießen auf Rosco, aber der kriegt nur blaue Flecken. Die Handgranaten explodieren, und Nr.1 ist schwer verwundet, während Nr.2 unverletzt bleibt.

Nun bringt Anshara die verbliebenen zwei Sprengsätze am Tor an und sucht das Weite. Sara steht gegenüber dem Tor und wartet, als aber das Tor weggesprengt wird, sieht sie in die Flammen im Hof, verfällt in Rötschreck und stellt einen neuen 3000-Meter-Laufrekord für Ventrue auf.

Thorda hat sich bis zum Gully geschlichen und verwandelt sich per Gestaltwandel 4: Schatten des Tiers in eine Fledermaus, da sie einen Brandsatz aus der Luft abwerfen will. Da sie nicht sonderlich kampffähig ist, wird Anshara von Rosco hinters Steuer gesetzt. Er erklärt ihr kurz, wie das mit der Gangschaltung funktioniert, und sie übt ein wenig mit dem Schaltwagen (würg ab).

Jean schleicht um das Haus herum, während Sara endlich wieder auf dem Rückweg ist, und Fledermausbomber Thorda flattert mittlerweile herum. Rosco ballert auf die Typen am Brunnen.

Unterdessen kämpft Anshara weiter mit dem Schaltgetriebe und setzt den Wagen erst einmal rückwärts in die Büsche.

Der Rest bringt die Gegner dazu, sich zu ergeben. Rosco verhört einen und erfährt folgendes: Astarte wollte den Dolch und hat ihn an Armageddon weitergegeben. Der Bischof ist gerade auf dem Weg nach Frankreich, während Astarte nach Berlin unterwegs ist.

Thorda erledigt den Nosferatu im Haus, und Anshara spürt Magiereste, die sie dazu verleiten, noch einmal kurz in das Haus zu wetzen und sich einige magische Bücher von dort einzustecken.

Endlich verschwinden sie, denn mittlerweile kommt die Polizei an.

* * *

* * *

Weiter bei Essen bei Nacht II


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