Essen bei Nacht III

Die Geister, die er rief

This page was last modified: 2005/02/02


Home | Essen bei Nacht I | Essen bei Nacht II



Rollenspiel bei Baldur vom 1996/11/01

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anchara St.Germain (Toreador) Stayka
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Rosco (Brujah) Ace Larson
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha

NSCs: Michael Tolkien (ein Ravnos), ein Okkultbuchhändler, Michelle D'Aillard (Ancharas Ghul), Konrad (ein Malkavianer)


Kapitel 1: Was bisher geschehen ist

Seit ihrer Rückkehr aus dem Zwischenreich hat sich Anchara als Heilpraktikerin in Essen-Werden etabliert.

Gereint ist vor Branwyns Renovierung seines Turmes aus St.Valérie-aux-Sommes geflüchtet und hat sich aus Verzweiflung ein Haus am Stadtrand von Essen gekauft, wo er sich dezent zurückgezogen hat. Da Jean ein Problem damit hat, wenn Anchara immer Gereint anhimmelt, düst er für eine Weile nach Paris zurück.

Alexander von Isenberg hat sich als Regent der Domäne Essen niedergelassen und am 20. September einen Erlaß verkündet (siehe Dark Embrace Nr.1), der die Neustrukturierung der Domäne betrifft.

Erst am 25. Oktober 1996 erhalten alle Kainskinder der Domäne einen Brief mit einer Einladung zur feierlichen Einsetzung von Prinz und Primogen in ihre Posten am 15. November 1996.


Kapitel 2: Schlechte Träume

Man schreibt Donnerstag, den 31. Oktober 1996, etwa gegen 21:00 Uhr.

Jean ist gerade wieder aus Paris zurückgekehrt und begibt sich zunächst in seine Wohnung in Essen, wo er den Brief mit der Einladung des zukünftigen Prinzen vorfindet.

Das Telefon klingelt, und Michelle nimmt den Anruf entgegen. Es handelt sich um einen Mann namens Konrad, der Anchara um Hilfe ersucht. Michelle gibt das Gespräch weiter.

Konrad fragt die Heilpraktikerin, ob sie auch schlechte Träume heilen kann. Anchara läßt sich ein paar Symptome beschreiben, bittet den Mann dann aber in ihre Praxis, da sie nur eine Diagnose stellen kann, wenn sie ihn direkt untersucht. Der Mann ist einverstanden, und es klingelt nur zwei Minuten später.

Michelle läßt ihn herein und drückt ihm einen Fragebogen in die Hand, wo er Namen, Adresse (Segerothstraße 56), Kinderkrankheiten etc eintragen soll. Bei 'Kinderkrankheiten' gibt Konrad Masern, Blattern sowie grünliche Pusteln an den Geschlechtsteilen an, welche aber kurz darauf wieder verschwanden.

Als die ehemalige Krankenschwester seinen Blutdruck messen will, stellt sie das Fehlen desselben fest und konstatiert, daß er ein Vampir ist. Sie geleitet ihn in Ancharas Sprechzimmer, wobei sie diese darauf hinweist, daß er ein Kainskind ist.

Anchara checkt Konrads Aura und findet Michelles Angabe bestätigt. Konrad wirkt total verängstigt und erkundigt sich bei Anchara, ob sie auch zu denen gehört, die Träume beeinflussen können.

Die Toreador entgegnet, sie wisse es nicht, da sie mit Träumen nicht viel Erfahrung hat. Sie checkt den Mann mit Auspex 4: Telepathie und stellt fest, daß er stark verwirrt ist, und sie nimmt hebräische Gedankenfetzen wahr. Sie kann davon lediglich die Namen 'Yahweh', 'Samael', 'Ashmodei', 'Adonai', 'Enoch' und 'Layel' verstehen.

Um etwas mehr Ruhe zu haben, bittet sie Konrad in den Behandlungsraum neben dem Sprechzimmer und weist ihn an, sich auf der Liege niederzulassen. Konrad fragt zunächst, ob der Raum auch magisch gereinigt sei, und Anchara bestätigt dies. Sie erklärt, daß sie das Haus beim Erwerb von Grund auf gesäubert hat und auch jetzt immer Schutzzauber bestehen, die unwillkommene Eindringlinge abwehren.

Nun erkundigt sich Konrad, ob Anchara Magierin sein, doch sie verneint und erklärt, daß sie allerdings eine Magierin kenne. Konrad ist beruhigt. Anchara will ihn weiter in Sicherheit wiegen und holt einige Bergkristalle zum Schutz, doch Konrad flippt aus und behauptet, daß sie (die Geister) durch diese eindringen können. Er fordert Onyx als Schutzstein, und Anchara bringt die Bergkristalle weg. Dann holt sie einen schwarzen sowie einen weißen Onyx, die sie neben dem Bett ablegt. Konrad beruhigt sich zusehends.

Anchara erkundigt sich, ob er einen Talisman gegen die schlechten Träume hat. Konrad bejaht und zieht ein bestimmt 20cm hohes Kreuz hervor. Die Toreador berührt es und wirft Auspex 3: Geistige Berührung an. Sie erhält folgende Eindrücke: Konrad hat das Kreuz aus einer Kirche entwendet, er liest in einem antiken Buch, vermutlich dem "Book of Nod ", da Satzfragmente von 'Cain' und 'Enoch' sprechen, er sitzt in einem Zimmer voller Bücher, ein weiteres Buch, dessen Titel Anchara erkennt, ist der "König in Gelb".

Als nächste Maßnahme sticht sie Konrad mit einer Nadel in den Finger und streicht einen Tropfen auf einen Objektträger, wobei sie ihn en passant mit Thaumaturgie 1: Sinn fürs Blut untersucht. Konrad ist demnach ein Kainskind der 7-9. Generation und hat vor einer Stunde zum letzten Mal gegessen.

Konrad spricht weiter von seinen Träumen und sagt: "Man darf nicht allein in einem Haus schlafen, sonst wird man von ihr erfaßt." Sie und ihre Kinder suchen seine Träume heim, aber ihr Gegenspieler ist viel gefährlicher, erklärt er.

In diesem Augenblick ruft Sara an und sagt, daß sie vorbeikommt. Michelle nimmt das Telefonat entgegen.

Konrad wird im Laufe seiner Schilderungen immer aufgeregter, und Anchara versucht, ihn auf die altmodische Methode per Pendel und beruhigenden Worten zu hypnotisieren.

Nun ruft Rosco an, und Anchara muß auf Michelles Geheiß an den Apparat gehen. Sie läßt Konrad im Behandlungszimmer zurück und geht zum Telefon im Sprechzimmer.

Rosco will wissen, ob Anchara mit ihren Auspex-Fähigkeiten feststellen kann, ob jemand in einem Grab liegt. Sie sagt nein, blättert aber in Simons Vampirführer nach. Dort findet sie den Eintrag über die Giovanni und teilt Rosco mit, daß diese es können sollten. Der Brujah ist nicht begeistert, bedankt sich aber dennoch.

Plötzlich klirrt es im Behandlungszimmer. Anchara hängt Rosco ab und wetzt nach nebenan, wo sie gerade noch sieht, wie Konrad sich aus dem Fenster zwängt. Er hat die Scheibe eingeschlagen und das Ziergitter verbogen. Als Anchara ihm hinterherruft, faucht er sie an.

Empört versucht sie, ihn zurückzuziehen, doch er tritt nach ihr und verpaßt ihr ein blaues Auge. Sie plumpst auf ihren Hintern und fühlt sich schwer getroffen.

Nun kommt Sara an, und Michelle läßt sie ein.

Die Ventrue hört das Gepolter und wetzt los, um Anchara zu Hilfe zu kommen. Allerdings ist Konrad bereits entkommen, und Anchara stellt fest, daß sie nicht nur ein blaues Auge hat, sondern auch ihr Kittel schmutzig und der Schreibtisch zerkratzt ist. Außerdem fehlt der schwarze Onyx.

Sie sitzt jämmerlich auf dem Boden und schnieft vor sich hin, ehe sie sich langsam erhebt und beschließt, sich wieder herzurichten. Sie düst ins Obergeschoß, wo sie sich heilt, duscht und anschließend darüber meditiert, was sie anziehen sollt.

Durch die Badezimmertür klärt sie Sara darüber auf, was passiert ist und bittet sie, einen Notdienst zu rufen, der Fenster und Ziergitter am Fenster des Behandlungszimmers reparieren soll. Sara leistet der Bitte folge.

Michelle wird angewiesen, sich darum zu kümmern, da Anchara, Sara und der gerade bei seiner Gefährtin aufgetauchte Jean den Rest der Nacht nutzen wollen, um sich in dem von der Toreador Rachel Clare McKenna geführten Nachtclub Black Rose in Altendorf von den Geschehnissen abzulenken.

(Weitere Vampir-Clubs: Stilbruch in Essen-Steele, Pub/Disco von Shannon Caveneaugh; Karthago in Oberhausen am Ebertbad; zudem ist das Tarot-Café in Essen wieder eröffnet worden.)

* * *

Man schreibt mittlerweile Freitag, den 1. November 1996, etwa gegen 01:00 Uhr nachts.

Im Black Rose halten sich allerlei düstere Gestalten auf: Rachel Clare McKenna (schwarze Haare, schwarzes Kleid, Nasenring), eine Vampirin namens Janina und Michael Tolkien (ein Ravnos mit schwarzer Hose, weißem Hemd und silberner Schärpe).

Ein halbes Dutzend Ravnos befinden sich auf der Tanzfläche, und einer von ihnen, der ziemlich bunt gekleidete Yannik Torana, bittet Anchara zum Tanz. Die Toreador folgt ihm und beginnt mit einem klassisch-ägyptischen Tanz, der nicht so recht zu der Heavy-Metal-Musik paßt, die gerade gespielt wird. Die übrigen Anwesenden gucken amüsiert bis fasziniert zu.

Ein junger schwarzgekleideter Mann mit kastanienfarbenem Haar tauch auf, geht durch die Menge, ohne irgendjemanden zu beachten und setzt sich an die Bar. Kurz darauf kreuzt Rosco auf und wird von den anwesenden Ravnos überschwenglich begrüßt.

Nach zwei Songs geht Anchara zu Sara zurück, die alleine an einem Tisch sitzt. Sie bestellt sich etwas zu trinken und testet die Flüssigkeit, ehe sie davon nippt. Nachdem sie sich kurz mit Sara über ein paar Belanglosigkeiten unterhalten hat, geht Anchara zum Barkeeper und gibt diesem (einem Menschen) Konrads Beschreibung. Der Mann gibt an, Konrad noch nicht hier gesehen zu haben.

Anchara geht zu Sara zurück. Just in diesem Moment verläßt Rosco den Nachtclub.

Anchara, Sara und Jean beschließen, nun auch nach Hause zu gehen. Von der Villa aus versucht Anchara, einen Okkultladen anzurufen, von dem sie weiß, daß dort auch 'echte' Bücher und Dinge vertrieben werden. Leider erwischt sie nur den Anrufbeantworter, wo sie noch nicht einmal eine Nachricht hinterlassen kann.

Anschließend ruft sie bei der Essener Tremere-Chantry an und fragt den Tremere am Telefon, ob er schon etwas von Möglichkeiten gehört hat, Träume zu beeinflussen. Sie fährt fort, daß Sie gerne einmal Einsicht in die Bibliothek der Chantry nehmen würde. Der Mann am Telefon erklärt ihr zwar, daß er sie nicht in die Bibliothek lassen darf, da die Chantry-Regentin Monique Le Fèvre zur Zeit nicht anwesend sei, um die Erlaubnis zu erteilen, läßt sich aber dazu herab, für sie etwas nachzuschlagen.

Sein Ergebnis ist, daß man Träume über Auspex beeinflussen kann, und daß gewisse Geister ('Sandmen') ebenfalls diese Fähigkeit haben. Auf die Frage, wie man die Geister bemerken kann, erwidert er, daß nur Medien dazu in der Lage seien. Anchara bedankt sich und legt auf.

Sie geht zu Sara und Jean und erzählt ihnen von allem. Jean wiederum erzählt, daß er im Nachtclub gehört hat, wie sich Rosco nach Leichen erkundigt hat. Anchara ist fasziniert davon, daß Rosco jetzt 'in Leichen macht'.

Mittlerweile ist es 04:00 Uhr, und Anchara blättert in ihren okkulten Büchern (ein paar hat sie ja in Paris abgestaubt, obwohl das Gros bei Branwyn im Turm geblieben ist). Sie erfährt ein paar Sachen über Incubi und Succubi und daß es offenbar Vampire/Dämonen gibt, die solche steuern können. Das Wort 'Layel', das sie bei Konrad aufgefangen hatte, ist hebräisch und heißt 'Nacht'.

Anchara geht ihrer Recherche nach, und Sara nutzt die Gunst der Stunde, in der Zwischenzeit im Kühlschrank noch nach einem Schluck Holger zu suchen, aber sie hatte letztlich die letzte Blutkonserve von ihm ausgetrunken. Ergo beschließt sie, mit Jean noch einmal auszugehen, während Anchara ihre Recherche nun von den Büchern auf das Internet ausweitet, denn schließlich hat sie eine Standleitung in ihre Villa legen lassen.

Alsbaldigst begibt sich Anchara zur Ruhe, da sie um 08:00 Uhr morgens aufstehen will, um den Okkultshop während seiner Öffnungszeit anzurufen. Es gelingt ihr auch, sich um diese Zeit zu erheben, und sie fragt den Inhaber des Ladens nach Büchern über Geister, Träume und Geister, die Träume beeinflussen können. Sie erhält folgende Buchtips:

  1. Thomasinus, "Die Geisterwelt und ihre Wirkungen", 1853 (dies ist das interessanteste Buch zum Thema Geister und Träume!)
  2. Abramelin, "Die Zaubersprüche des Abramelin", 1653 (die Ausgabe, die der Händler im Laden hat, ist allerdings ein stark verfälschter Nachdruck des Originals)
  3. Rabbi Hanina, "Die jüdische Mystik"
  4. Rabbi Hanina, "Kommentare zur Kabbala"
  5. Rabbi Hanina, ein Werk über Lilith

Als Anchara wissen will, welches der Werke der Händler vorrätig hat, teilt er ihr mit, daß das einzige Exemplar von Thomasinus' "Die Geisterwelt und ihre Wirkungen" leider von einem Mann namens 'Konrad' gekauft worden sei.

Von den anderen Bücher hat er Rabbi Haninas "Die jüdische Mystik" im Laden, welches Anchara gegen Rechnung bestellt. Auf eine weitere Frage hin verweist er sie auf den Geschichtswissenschaftler Prof. Dandina von der Uni Essen.

Nach dem Telefonat beschließt Anchara, noch ein wenig durchs Internet zu surfen, um entweder Infos über die obigen Werke oder anderweitige Spuren zu finden. Sie versucht, in Who What Email-Adressen aus Essen zu finden, in denen der Name Konrad auftaucht. Leider ist dieser Versuch auf die Uni-Rechner und die T-Online-Adressen beschränkt, die noch die Telefonnummer (mit Essener Vorwahl) als Accountnamen haben. Anchara findet erstaunliche 12 Uni-Adressen und 6 in T-Online. Einer hat einen Account mit konrad@uni-essen.de, und sie schickt ihm testweise eine Email über einen Anon-Server, um ihn eventuell aus der Reserve zu locken. Im WWW findet sie zudem einige Einträge über Abramelin.

Als sie ihre Suche beendet hat, geht sie auch erst einmal schlafen.


Kapitel 3: Detektivarbeit

Es ist 20:00 Uhr. Nachdem sie sich fertig angekleidet hat, geht Anchara zu Jean und Sara, die mittlerweile auch wieder wach sind.

Jean erzählt von der Tour mit der Ventrue, und daß diese von ein paar Halbstarken provoziert wurde und in Raserei verfallen sei. Dabei habe sie zwei der Jugendlichen getötet. (Minus 1 Menschlichkeit...) Erstaunlicherweise wurde nichts darüber in den Lokalnachrichten gebracht.

Anchara wiederum berichtet den beiden von ihren Funden und der Tatsache, daß Konrad offenbar das Interessanteste von diesen Werken gekauft habe. Michelle bringt ihr das Buch "Die jüdische Mystik" von Rabbi Hanina vorbei, das am Nachmittag angekommen ist.

Da sie immer neugieriger darauf wird, was es mit diesem Konrad auf sich hat, schlägt Anchara vor, daß sie doch einmal bei der Segerothstraße 56 vorbeischauen könnten.

Als sie dort ankommen, entdeckt Anchara den verdunkelten Michael Tolkien sowie Rosco, der versucht hat, sich in den Schatten zu verstecken (Auspex läßt grüßen...). Die beiden sehen ein, daß es keinen Zweck hat, sich weiter zu verstecken, also geben sie sich zu erkennen.

Es stellt sich heraus, daß Rosco und Michael jemanden in Haus Nr.54 beschatten wollen, während die drei anderen die Nr.56 heimsuchen wollen. Als Anchara von Konrad erzählt, gibt Michael zu, ihn getroffen zu haben. Konrad wollte ein Amulett von den Essener Ravnos kaufen, mit dem er böse Träume abwehren könnte.

Sara stellt fest, daß sie von Haus Nr.54 aus beobachtet werden, und Anchara peilt mit Auspex 2: Aura-Wahrnehmung in die Richtung und erspäht einen neugierig/beunruhigten Vampir, der aus einem Fenster schaut, ehe er wieder in die Wohnung zurückgeht.

Michael Tolkien geht nun zu Nr.56 und bricht die Tür auf, wobei Anchara ihm unauffällig hinterherschleicht. Die beiden betreten Konrads Wohnung, nachdem Anchara per Auspex 2: Aura-Wahrnehmung nur eine Rest-Aura von Angst wahrgenommen hat.

Rosco versucht unterdessen, die Tür von Nr.54 aufzubrechen.

Der Flur von Konrads Wohnung ist mit lauter kleinen Ikonen und Marienbildchen behängt, auch Seiten aus Gesangbüchern zieren die Wände. Die Küche ist leer, nur ein Zettel liegt auf dem Küchentisch. Ein weiterer Raum ist mit Unmengen von Büchern übersät. Anchara erkennt den Raum wieder, von dem sie einen Eindruck erhielt, als sie Konrads Kreuz mit Auspex 3: Geistige Berührung abtestete.

Sie gehen noch einmal in die Küche zurück, um den Zettel zu inspizieren. Im Kühlschrank liegt die zerstückelte Leiche von Konrad mit weggefressenem Gesicht (Anchara findet den Anblick hochgradig unappetitlich, schafft aber glücklicherweise den Mutwurf...).

Auf dem Zettel steht folgendes:

R. Hanina sprach: Man darf nicht allein in einem Hause schlafen, denn wer auch immer allein in einem Hause schläft, wird von ihr erfaßt.

Dies sind der Leviathan und sein Weib.

Und jede lebende Kreatur, die kriecht.

Dies ist die Seele des Geschöpfs, das in alle vier Gegende der Welt kriecht.

A woman dark and lovely
with eyes that pierced the
Darkness came to me
...
With this newest power, I broke the bonds
that the Lady of Night put on me


Rollenspiel bei Baldur vom 1996/11/24

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anchara St.Germain (Toreador) Stayka
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha

NSCs: Michael Tolkien (ein Ravnos), ein Okkultbuchhänndler, Michelle D'Aillard (Ancharas Ghul), Konrads Überreste, Yannik Torana, Sonja und einige weitere Ravnos, Gereint (Toreador) und Odin (Gereints Ghul).

Anchara nimmt den Zettel und bekommt über Auspex 3: Geistige Berührung folgende Eindrücke: Angst, das Bild eines Raumes, die Zeichnung einer wunderschönen Frau mit Fledermausflügeln. Die Eindrücke sind maximal einen Tag alt.

Unterdessen hat Michael Tolkien die Leichenteile im Kühlschrank angefaßt, was Anchara ziemlich verärgert, denn nun dürfte Auspex 3: Geistige Berührung keine aussagekräftigen Ergebnisse mehr erbringen. Sie macht dennoch die Probe aufs Exempel verzieht das Gesicht, denn das resultierende Gefühl ist absolut widerlich.

Per Thaumaturgie 1: Sinn fürs Blut stellt sie fest daß das an den Leichenteilen befindliche Blut von Konrad stammt, der der 8. oder 9. Generation angehört und zum Zeitpunkt seines Todes nicht sehr voll war, d.h. er hätte jagen müssen.

* * *

Nun wendet Anchara das Ritual 1: Verständigung mit dem Erzeuger an und stellt einen Kontakt zu Jean her. Es ist etwa 21:00 Uhr. Jean und Sara hören Schreie, und Rosco kommt aus dem Haus gestürmt. Die beiden gehen um die Ecke, um sich die Sache aus einem sicheren Versteck anzusehen. Jean teilt seine Beobachtungen über Verständigung mit dem Erzeuger Anchara mit, während sie weiter die Gegend beobachten.

Eine Polizeistreife hält vor dem Haus, und Sara vergeigt ihren Heimlichkeitswurfm woraufhin sie aus dem Busch fällt, in dem sie sich versteckt hat auf die Straße. Jean erzählt Anchara gestreßt, daß eine Polizistin Sara gesehen hat.

Die Polizisten verhören Sara, und Anchara guckt aus dem Fenster zu. Mit Thaumaturgie 4: Vitæ-Raub saugt sie jedem der drei Polizisten jeweils zwei Blutpunkte ab, woraufhin diese sich nicht so wohl fühlen. Die Polizisten wollen zum Revier zurückfahren und fragen nach Saras Ausweis.

Da Sara die Gunst der Stunde nicht nutzt, öffnet Anchara nun das Fenster und gibt ihr per Beherrschung 1: Befehle für den müden Geist das Kommando "Renn weg!" Sara tut genau das, und da die Polizisten geschwächt sind, können sie die Ventrue nicht einholen. Leider bedeutet das, daß prompt eine Fahnung gegen Sara angeworfen wird. Anchara ist darob peinlich berührt, kann aber ihre Aktion leider nicht rückgängig machen. Jean bleibt in Deckung und wartet auf Anchara und Michael.

Anchara macht das Fenster wieder zu und geht mit Michael Tolkien in Konrads Arbeitszimmer. Dort checkt die Toreador mit Auspex 3: Geistige Berührung den Computer und stellt fest, daß dieser von dem selben widerlichen Typen angefaßt wurde, der Konrad abgemurkst hatte. Sonst scheint er in Ordnung zu sein. Es handelt sich um einem XT mit 20MB Festplatte und zwei DD-Diskettenlaufwerken, auf dem MS-DOS 3.2 und Works 1.05 installiert ist. Ein 1996 angelegtes Verzeichnis war leider aufgrund eines Plattendefekts nicht lesbar. Anchara schüttelt den Kopf ob des antiken Möhrchens und baut kurzerhand Platte und Controller aus, um das Ding zu Hause in Ruhe zu untersuchen. Ebenso steckt sie eine Diskette ein, die sich im Laufwerksschacht befand. Der Ravnos sagt zu Ancharas Kommentaren nur Ja und Amen, da er nicht die Bohne davon versteht. (Mittlerweile ist es 02:30 Uhr.)

Nun geht Anchara die Bücherregale in dem Zimmer durch und stellt fest, daß das Buch von Thomasinus, "Die Geisterwelt und ihre Wirkungen", welches Konrad laut dem Buchhändler erworben hatte, nirgendwo zu finden ist. Auch ist kein Werk über jüdische Mythologien zu entdecken. Im Regel ist lediglich eine drei oder vier Bücher breite Lücke zu sehen. Der Schreibtisch ist komplett aufgeräumt.

Hinter dem Tisch findet Michael ein kleines Buch mit handgeschriebenen Sprüchen, das sofort von Anchara einkassiert wird. Es scheinen Auszüge aus dem Book of Nod darin zu sein, obwohl das Buch selbst relativ neu wirkt (etwa 4 bis 5 Jahre). Zudem sind Glanzbilder eingeklebt: die böse Hexe von Disney (darunter steht "a woman dark and lovely"), diverse Puttenengel und einiges andere.

Gegen 03:30 Uhr macht sich die Polizei vom Acker. Michael und Anchara verlassen die Wohnung und gehen durch den Keller nach hinten hinaus. Sie sammeln Jean ein und fahren zu Ancharas Haus am Cheppnerweg 74 zurück.

Anchara packt Festplatte und Controller aus und schließt diese an ihren Rechner an (Ancharas Computer heißt übrigens djehuti). Im Verzeichnis ELDAR findet sie ein Gedicht "Die vergessene Stadt" von Christel Scheja, eine weitere Story von ihr, sowie das Gedicht "Würfelwelt". Es gelingt Anchara, das Verzeichnis WKSCOPY zu rekonstruieren, wo ein Gedicht von Jasmin Bezegen über Lady Marian steht und noch eine Geschichte von Christel Scheja.

Eine weitere Datei enthält sehr grobe Beschreibungen von Mitgliedern der einzelnen Clans sowie einen Eintrag über einen zusätzlichen Clan namens Liliths Kinder, von dem Konrad nicht genau weiß, um wen es sich handelt. Angeblich soll Lilith vor dem Krieg um die Erste Stadt ein Kainskind unter ihren Schutz genommen haben. Dieses Kainskind hatte einen Gegner, den 'Dunklen König'.

"Der Dunkle König wird wiederkehren, wenn Gehenna kommt und gegen die Dunkle Mutter kämpfen. Die Kinder werden ihr den Weg bereiten." Man solle sich vor dem Dunklen König hüten.

Zum Thema Liliths Kinder stand ein "weiß nicht" bei jedem Clan in den Dateien, außer bei den Tremere. "Vermutlich wissen die Tremere etwas."

Sonst ist nichts Interessantes auf dem Rechner, nur auf der Diskette befindet sich ein weiterer Text:

A woman, dark and lovely, with eyes that pierced the Darkness came to me

R. Chanina sagte: Man darf nicht in einem Hause allein schlafen, denn wer in einem Hause allein schläft, wird von ihr überfallen

Da werden Wüstentiere und wilde Hunde einander treffen, und ein Feldgeist wird dem andern begegenen. Das Nachtgespenst wird auch dort herbergen und seine Ruhestatt dort finden

The dark figure slides into a slow, sensual and frenetic Gyration... unlike any Dance... more like a bodily incantation

And she says: Do you bring the red and black fire? Do you still serve my former mate?

And Igrat asks: And which mate is that?

And she answers: You make everthing even words a tool to inflict pain

Während Anchara sich mit dem Computer auseinandersetzt und das kleine handschriftliche Büchlein einscannt (als Gif), liest Jean die Zeitung, bzw. er guckt sich die Bilder an. Schließlich transferiert Anchara die Dateien auf einen Webserver, damit sie nicht nur auf ihrem Rechner liegen.

Mittlerweile ist es 5:30 Uhr. Nun kommt Sara an, die nach ihrer Flucht vor den Polizisten endlich zum Haus gefunden hat. Die Ventrue ist ziemlich gefrustet. Sie hört bei Radio Essen hinein, doch da wird nichts von der Nachtaktion erwähnt. Die drei begeben sich schließlich zur Tagesruhe.


Kapitel 4: Gejagte Jäger

Man schreibt Samstag, den 2. November 1996, etwa gegen 18:00 Uhr. Anchara steht in ihrem Ankleidezimmer und meditiert über ihre Klamotten. Schließlich entscheidet sie sich für weiße Jeans und einen weißen Rolli, ehe sie ihre Haare zum Zopf flechtet.

Sara hat am Tag geträumt, daß die verschwundenen Leichen zu Vampiren geworden sind. Sara hat dementsprechend schlecht Laune und nölt herum, daß es keinen Holger im Kühlschrank gibt.

Als Anchara sich zu den anderen gesellt, kommen sie und Jean zu dem Entschluß, daß sie Sara unbedingt tarnen müssen. Eine von Michelles Haarfarben beschert Sara karottenrote Haare, und Jean malt ihr zudem noch dekorative Sommersprossen auf. Anschließend gehen die drei immerhin drei Stunden lang jagen, und alle finden etwas, bis auf Sara.

Während sie draußen sind, diskutieren sie darüber, was sie eigentlich tun sollen, kommen aber wie üblich zu keinem Ergebnis.

Gegen 20:00 Uhr wird Anchara (über ihr Handy) von Michelle angerufen. Die Ghulin ist verwirrt und erklärt, sie habe zwei Bücher verbrannt - nämlich das von dem Rabbi und das Handgeschriebene.

Anchara, Jean und Sara eilen zur Villa zurück. Unterwegs hat die Toreador das Gefühl, daß sie von jemand Verdunkeltem verfolgt werden.

Im Haus sitzt Michelle wie ein Häuflein Elend. Der Computer ist an, und jemand hat wohl versucht, alles zu löschen, ist aber nicht am Root-Paßwort vorbeigekommen. Konrads Festplatte und Disketten sind verschwunden, und Anchara ist froh, daß sie den Kram nicht nur auf ihren Rechner gepackt, sondern zusätzlich auch noch im Web untergebracht hat. Sie kopiert ihn sicherheitshalber noch auf ein paar andere Server.

Sie überprüft Michelle mit Auspex 4: Telepathie und bekommt heraus, daß sie fast alles vergessen hat, außer der Tatsache, daß sie die Bücher verbrannt hat. Nun checkt Anchara noch das Haus mit Auspex 2: Aura-Wahrnehmung, was aber dank eines satten Botches ein Schlag ins Wasser wird. Sie ist der festen Überzeugung, daß sämtliche magischen Schutzrituale etc. komplett verschwunden sind.

Anchara konstatiert, daß Michelle hier nicht sicher ist, und sie soll ihre Sachen packen und solange bei Gereint unterkommen, der sein Domizil am Rottberg in Kupferdreh aufgeschlagen hat. Als sie für unterwegs ein paar Blutkonserven mitnehmen will, bemerkt Anchara, daß Michelle offenbar auch in den Blutkonserven gewühlt hat, aber das Blut selbst ist sauber.

Schließlich bringen die drei Kainskinder Michelle bei Jeans 'Bruder' vorbei. Logo sind sowohl Sara und Anchara wieder total hin und weg, als sie Gereint erblicken. Irgendwie gelingt es ihnen dennoch, Gereint von der Sache zu erzählen. Gereints Ghul Odin, ein gewaltiger Irischer Wolfshund, ist ganz unruhig und rennt andauernd hin und her. Draußen ist offenbar jemand, aber als sie nach ihm/ihr suchen wollen, ist er weg.

Anchara überlegt, daß Gereint ihr Haus vielleicht mal ordentlich magisch absichern könnte, und es gelingt ihr sogar, ihn dazu zu überreden. Sie lassen Michelle bei Odin zurück und fahren zu Ancharas Haus. Nach kurzer Überprüfung findet Gereint erstaunt, daß die magischen Schutzfelder noch völlig intakt seien, er verstärkt sie aber sicherheitshalber, was eineinhalb Stunden dauert.

Als sie zu Gereints Haus zurückkehren, hat Michelle anscheinend Odin irgendwie eingeschüchtert und alles durchwühlt, insbesondere seine Noten. Michelle ist erneut in Tränen aufgelöst, und sie scannen die Ghulin noch einmal - erneut ohne Ergebnis. Sie entdecken einen Zettel auf dem in Michelle Handschrift "Mischt Euch nicht ein!" steht. Gereint ist etwas irritiert und kommentiert, er hätte lieber in Paris bleiben sollen. Er bittet Anchara, Michelle lieber wieder mitzunehmen. Auf einmal erklärt Michelle: "Er hat stechende Augen!"

Anchara, Jean, Sara und Michelle fahren wieder ab. Als sie zur Villa zurückkehren, ist ein Anruf auf dem Anrufbeantworter. Michael Tolkien hat angerufen, er habe die Leiche beim Prinzen abgeladen und nun möchte er das Buch wieder zurück. Anchara druckt das Buch schnell noch einmal aus; das Original ist ja hinüber. Es sind einige Sachen unterstrichen, die mit Lilith zu tun haben.

Nun bringen sie Michelle im Sheraton unter, ehe sie sich zu dem Okkultshop begeben. Anchara muß den Besitzer erst mit Präsenz 1: Ehrfurcht weichkochen, ehe er sie einläßt. Sie kauft alles wichtige über Lilith ein (fünf Bücher zu insgesamt 2000 DM...). Alles relevante über jüdische Mystik/Mythologie hatte gestern jemand namens Frank aufgekauft und dafür 4500 DM bar berappt. (Mittlerweile ist es 02:00 Uhr.)

Auf dem Rückweg zur Villa werden die drei von einem anderen Wagen verfolgt, der versucht, sie abzudrängen. Anchara liefert ihm eine rasante Verfolgungsjagd, und als sie über eine Brücke fahren, verschätzt der Typ sich, sein Wagen fliegt über die Brüstung und platscht in die Ruhr. Anchara botcht ihren Wahrnehmungswurf und sieht nichts von Relevanz. Die anderen können aber auch nichts entdecken.

Sie wendet den alten Mercedes und fährt herunter zur Ruhr. Das Verfolgerauto versinkt langsam, und die Toreador zückt ihr Handy und ruft die Feuerwehr an. Kurz darauf kommt die Feuerwehr an. Anchara und Jean verstecken sich unter den etwa zehn Schaulustigen. Sara ist beim Mercedes geblieben. Als der Wagen des/der Verfolger/s aus dem Fluß gezogen wird, ist er leer.

Anchara und Jean gehen zu Sara und ihrem Auto zurück. Die Toreador schlägt vor, daß sie einmal nachgehen könnten, ob eventuell jemand den Okkultbuchhändler aufsucht und bedroht, da sie ja offensichtlich verfolgt werden. Während sie Kurs zum Laden aufnehmen, beginnt Sara, das älteste der Lilith-Bücher zu lesen, ein handschriftliches Exemplar. Sara erzählt, was sie bis jetzt gelesen hat.

In dieses Buch hat jemand nachträaglich ein Inhaltsverzeichnis eingetragen:

Sara hat mit dem ersten Kapitel angefangen. Darin steht, daß Lilith einen Feind hat. Es ist der 'Schwarze Prinz'. Der Name Schwarzer Prinz wird mit dem Namen Samael gleichgesetzt. Der Schwarze Prinz ist Liliths Ex-Mann.

Weiter ist Lilith auf Cain getroffen. Sie hat mit Engeln und Dämonen Kinder geschaffen. Dann hat sie aber auch 'aus sich' Kinder geschaffen. Ahasverus und Lilith suchen sich gegenseitig, haben sich aber noch nicht gefunden.

Als nächstes kommt eine Geschichte über Ahasverus: Ahasverus ist von Jesus verflucht worden und wandelt ewig über die Erde. Wie kam es dazu? Es heißt, daß, als Jesus schon gekreuzigt war, Ahasverus über ihn gespottet habe. Daraufhin sagte Jesus: "Du wirst gehen, und ich werde bleiben."

Als sie bei dem Okkultshop ankommen, sehen sie, daß der Laden brennt. An einer Wand kann man eine Schrift "Jude verrecke!" erkennen. Da sie dort nichts unternehmen können, ruft Anchara abermals die Feuerwehr. Der Diensthabende erkennt ihre Stimme von dem vorigen Anruf wieder...

Anchara setzt den Wagen beinahe vor eine Laterne (nicht ganz, sie schafft ihren Wurf auf Geschick+Fahren). Sie fahren dann um eine Ecke um den Wagen abzustellen, denn sie wollen nachsehen, ob der Besitzer noch da ist. Anchara ruft an (es lebe das Handy!), aber es geht keiner ans Telefon, nur der Anrufbeantworter.

Als sie zu Ancharas Villa zurückkehren, stehen vier knallbunte Wagen (Bus, Mercedes, Wohnmobil) und etwa zehn Leute dort herum. Da sie Michael Tolkien, Yannick Torana und Sonja erkennen, schließen die drei, daß es sich um die gesammelten Essener Ravnos handelt.

Michael begrüßt Anchara und warnt sie vor Magie, da das Haus leuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Es hat diverse Pookahs angezogen. Der Ravnos fragt nach Rosco, doch dieser hat sich ja immer noch nicht gemeldet.

Anchara guckt per Auspex 2: Aura-Wahrnehmung und muß Michael zustimmen. Sie sieht sogar einen Pookah, der aber sofort verschwindet, als sie sich ihm nähert. Michael möchte das handschriftliche Buch aus Konrads Wohnung abholen. Anchara erzählt, daß es verbrannt wurde, sie könne ihm aber eine Kopie geben.

Auf die Frage der drei, ob jemand Verdächtiges in der Nähe war, antworten die Ravnos, es wäre ein Taxi mit zwei komischen Typen da gewesen, die eine komische Vampiraura hatten.

Jean wird von zwei Ravnos-Damen in die Kneipe "Der Zauberlehrling" im Wald abgeschleppt, während Michael und Yannik 'auf einen Kaffee' zu Anchara mit hereinkommen.

Die Toreador beginnt, die Lilith-Bücher einzuscannen, während sie sich mit Michael über Magie und anderes unterhält. Derweil findet Yannik die HiFi-Anlage und macht Musik an - Berlioz' 5. Symphonie "La Fantastique" in ohrenbetäubender Lautstärke. Anchara bittet ihn, es leiser zu stellen, und er tut es widerstrebend.

Die anderen Ravnos veranstalten mit Ancharas Genehmigung ein Happening im Garten.


Rollenspiel bei Stayka vom 1996/12/22

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anchara St.Germain (Toreador) Stayka
Benedikt (Ravnos) Vera
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Rosco (Brujah) Ace Larson
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha
Vincent Lathram (Caitiff) The In-Betweener

NSCs: Michelle, diverse Gegner

Im Laufe der Zeit kommt ein weiterer Mercedes mit fünf zusätzlichen Ravnos an, und aus dem Garten tönt mittlerweile lautstarke Grunge-Musik (Pearl Jam, Nirvana etc.).

Anchara ruft zum Fenster hinaus, daß man die Musik gefälligst leiser stellen soll, aber es erfolgt keine Reaktion. Nun sieht die Toreador, wie einer der Ravnos - ein junger Mann namens Benedikt - in der Mitte ihres gepflegten Rasens ein Loch buddelt und dort irgendetwas anpflanzt.

Völlig außer sich wirft sie Beherrschung 1: Befehle für den müden Geist an und befiehlt ihm: "Laß das!" Zum Glück tut er wie ihm geheißen, aber die Fete tobt mit unverminderter Lautstärke weiter.

Zwischen den tanzenden und singenden Kainskindern flattern allerlei Pookahs herum, und ein bekifftes Elfenwesen fliegt unentwegt gegen ein Fenster. Ein anderer Pookah erobert den Cassettenrecorder und legt nunmehr Musik von der Kelly Family ein.

Anshara ist ziemlich verstimmt. Sie drückt Michael die Kopie des handschriftlichen Buches in die Hand, damit er und seine Bande endlich abziehen. Nachdem die Ravnos weg sind, bleibt der Garten verwüstet zurück. Anchara spricht auf den Anrufbeantworter ihrer Stammgärtnerei und fordert für den morgigen Tag ein Team an, das ihren Garten wieder herrichten soll.

Gerade als sie aufgelegt hat, ruft Rosco an. Er steht mit seinem Wagen ein paar Straßen weiter und erzählt, daß er verletzt sei und Ancharas Hilfe bräuchte. Er fragt sie, ob sie etwas gegen Kugeln hätte. Sie grummelt etwas, läßt sich den Standort beschreiben und packt ihren Notfallkoffer, um Rosco wieder auf Vordermann zu bringen.

Der Brujah liegt im Leichenabteil seines Wagens und ist offenbar ziemlich zusammengeschossen worden, und Anchara befreit ihn - nicht zu sanft - von den Kugeln. Als sie u ihrem Haus zurückkehrt, ist Jean (zum Glück ohne die Ravnos-Ladies) ebenfalls wieder da.

Endlich können Sie sich zur verdienten Tagesruhe begeben.


Kapitel 5: Chaos auf dem Parkfriedhof

Man schreibt Sonntag, den 3. November 1996, etwa gegen 18:00 Uhr.

Anchara braucht nach den ganzen Aufregungen der gestrigen Nacht erst einmal ihre Ruhe und meditiert drei Stunden über das Kleid, welches dem heutigen Tag angemessen wäre. Sie entscheidet sich zu einem weißen, bodenlangen, fließenden Gewand in leicht mittelalterlichem Schnitt mit einem silbernen Gürtel und silbern gefütterten, weiten, langen Ärmeln, wozu sie ihre Haare zu einem langen Zopf flicht.

Es klingelt, und der Ravnos Benedikt erscheint. Er ist von Michael Tolkien abkommandiert worden, um Anchara und ihren Leuten zu helfen, da sie sich in Gefahr befinden. (Diese Tatsache ist allerdings weder Anchara, noch Jean noch Sara bis jetzt bewußt...)

Jean öffnet die Tür, da Anchara sich ja noch gewandet. Ben behauptet, er wolle Anchara stylen, doch derToreador glaubt ihm erst einmal kein Wort. Er stimmt aber zu, seine Gefährtin zu fragen, macht die Tür zu und läßt Benedikt kurzerhand draußen stehen.

Irgendwann später wird er dann doch noch eingelassen (vermutlich, als Sara ankommt), und kurz darauf trudeln auch der Caitiff Vincent Lathram und sein Ghul-Rabe Matthew sowie Rosco ein.

Anchara, die endlich geziemend gekleidet ist, will wissen, was die ganzen Leute eigentlich hier wollen. Vincent erklärt, daß er einen Job sucht. Anchara erklärt, daß sie tagsüber jemanden brauchen könnte, der ihre Praxis betreut, aber das ist natürlich nicht das Richtige für ein Kainskind. Rosco bietet Vinc einen Hilfsjob in seiner Detektei an.

Nun klingelt mal wieder das Telefon, und Michelle meldet sich. Sie sagt lediglich, Anchara solle sich nicht in Dinge einmischen, die sie nichts angingen, falls sie sie, Michelle, wiedersehen wolle.

Leicht irritiert ruft Anchara im Sheraton an, doch dort erzählt man ihr, daß Michelle vor vier Stunden ausgecheckt habe und in Begleitung eines blonden, gutaussehenden Mannes Mitte Zwanzig abgedüst sei. Michelle habe keine Adresse angegeben, unter der man sie erreichen könne.

Michelle ruft ein weiteres Mal an. Sie fordert die Disketten mit allem Material, das Anchara über Lilith hat. Anchara sagt zu und erzählt den anderen davon.

Als die Ghulin zum dritten Mal anruft, nennt sie den Parkfriedhof um 22-23 Uhr als Treffpunkt und weist darauf hin, daß Anchara alleine kommen soll und die Disketten mitbringen soll.

Als Anchara dies dem Rest mitteilt, läßt Rosco sein Auto und seine Waffen aus Duisburg herbringen. Da Benedikt mit Vincents Harley zur Villa gefahren ist, hat der Caitiff bis auf weiteres seinen fahrbaren Untersatz wieder, der in der Nacht zuvor von einer diebischen Ravnos-Bande 'ausgeborgt' worden war.

Als Anchara in ihrem Mercedes zum Parkfriedhof fährt, hat sie Sara im Kofferraum und einen Sender von Rosco dabei, während sich Vinc und Ben mit der Harley sowie Jean und Rosco mit dessen BMW 318i ebenfalls zum Treffpunkt begeben (bzw. in dessen Nähe). Zu ihrem eigenen Erstaunen findet Anchara tatsächlich ohne große Umwege zum Parkfriedhof.

Die Toreador baut per Ritual 1: Verständigung mit dem Erzeuger einen Kontakt zu Jean auf. Als sie auf dem Parkplatz des Friedhofs steht, traut sie sich zunächst nicht aus dem Auto heraus und quengelt über das Verständigungsritual herum, was Jean ziemlich nervt.

Auspex 2: Aura-Wahrnehmung sagt ihr (dank zweier satter Botches), daß a) das Auto von einem magischen Schutzschild umgeben und b) die Umgebung sicher ist. Plötzlich steht Michelle am Tor zum Friedhof.

Ganz vorsichtig verläßt Anchara nun doch das Auto und läuft Michelle hinterher, wobei sie Geschwindigkeit 1 einsetzt. (Ihr vorhergehender Versuch, sie mit Beherrschung 1: Befehle für den müden Geist zum Anhalten zu bewegen, hatte nichts bewirkt, da Michelle schon von jemand anderem beherrscht wird).

Als sie an ein paar Gräbern vorbei ist, knarrt ein Grab, und zwei Typen stehen da. Einer hat eine Pistole mit Schalldämpfer, und sie folgen Michelle. Anchara wirft Thaumaturgie 4: Vitæ-Raub an, aber das Blut ihres Opfers ist so eklig, daß sie es sofort wieder ausspuckt. Thaumaturgie 1: Sinn fürs Blut sagt ihr, daß es thaumaturgisch verändert worden ist.

Anchara flüchtet ins Auto zurück (Sara sitzt mittlerweile vorne) und fährt kurzerhand auf den Friedhof (über diverse Gräber). Der Typ mit der Pistole schießt auf den Mercedes und trifft einen Reifen. Sara versucht, den zweiten per Beherrschung 2: Hypnose unter ihren Willen zu zwingen, doch der ist nicht beeindruckt, zückt nun auch eine Waffe und schießt auf Sara und trifft sie. Mittlerweile ist Anchara kiebig, da ihr Auto getroffen wurde, und sie versucht, den ersten Angreifer umzufahren. Leider scheint den Überrollten diese Tatsache nur zu amüsieren und nicht zu schädigen.

Ziemlich knatschig legt Anchara den Rückwärtsgang ein und will den Angreifer nun rückwärts ein weiteres Mal überrollen. Unterdessen steigen drei Gestalten aus den Gräbern. Sie sehen äußerst eklig aus.

Die anderen (Vinc & Ben auf der Harley sowie Rosco & Jean mit dem BMW) sind endlich auch dazugekommen. Rosco parkt sein Auto auf dem Parkplatz und ballert gleich kräftig herum, während die beidenauf dem Motorrad in das Geschehen hineinfahren.

Die zwei Typen (sie sehen total FBI-mäßig aus) schießen immer noch auf den Mercedes - einer von vorne, der andere von hinten, aber beide verfehlen - und Anchara versucht nun erneut, den Typen Nr.1 zu überrollen, nun wieder im Vorwärtsgang. Leider hat der eine Bärenkonstitution und ignoriert die Aktion einfach.

Auf der Harley wirft Vincent nun Benedikt ab, der der Holperei über die Grabsteine nicht gewachsen war, und fährt Michelle hinterher.

Da der FBI-Heini immer noch den Mercedes beschießt, bekommt Anchara nun eine Kugel ab (2 Schaden). Sie ist stinkig und startet die nächste Überrollaktion. Immer noch keine Wirkung.

Mit Thaumaturgie-Pfad 2: Lockruf der Flammen steckt Jean einen der Zombies an, der auch folgsam zu brennen beginnt. Ein anderer Zombie bemüht sich, Benedikt in ein offenes Grab zu ziehen. Rosco ballert weiter herum und versucht, seine Gegner zu metzeln. Offensichtlich kennt er einen der Zombies, denn der moppert immer: "Das hättest du nicht tun sollen!", während er mit einem abgerissenen Arm (offensichtlich seinem) wie mit einer Keule nach Rosco schlägt.

Als Anchara ihren Lieblingsgegner ein weiteres Mal überrollt, läßt sie nun den Wagen auf ihm stehen, denn wenn der Typ schon nicht kleinzukriegen ist, kann man ihn so wenigstens immobilisieren. Da sie Geschwindigkeit 1 eingesetzt hat, hat Anchara eine weitere Handlung, die sie dazu einsetzt, um Michelle zu verfolgen.

Leider hatte Vincent ja auch die Idee, Michelle zu verfolgen, und da er seinen Fahrwurf vergeigt, fährt er nun Anchara mit der Harley um. Sie macht einen Flug und landet auf einem Grab, das unter ihr nachgibt. Sie erhält noch einen Schadenspunkt und landet 2.50m tiefer zwischen diversen halbverwesten Leichenteilen. Etwas über ihr befindet sich ein Gang, und es scheint sich jemand oder etwas durch diesen zu nähern.

Anchara quietscht und jammert herum und ruft lautstark um Hilfe. Schließlich ist sie nicht nur verletzt, außerdem ist ihr schönes, weißes Kleid schmutzig geworden. Als der Unbekannte aus dem Gang klettert, beruhigt sich Anchara etwas, denn es handelt sich um Ben, der ja auch einen Abgang durch eines der Gräber gemacht hatte. Sie bittet den Ravnos, ihr aus dem Grab herauszuhelfen.

Benedikt fragt zurück: "Warum?" Anchara jammert weiter und verspricht ihm eine Blutkonserve, wenn er ihr behilflich ist. Ben will das schriftlich, und Anchara nimmt einen Notizblock aus der Tasche, von der sie sich ja nie trennt, und schreibt ihm einen Gutschein über eine Blutkonserve aus.

Als Ben sich überlegt, ihr doch nicht zu helfen, Gutschein hin oder her, wirft sie Präsenz 1: Ehrfurcht an. Das Ergebnis ist fatal, denn nun will der Ravnos sie tatsakraftig vernaschen, und zwar hier und jetzt. Anchara ist entsetzt. Mitten zwischen all diesen Leichenteilen, das ist doch unappetitlich und schmutzig! Die Toreador versucht, ihn mit Beherrschung 1: Befehle für den müden Geist zum Aufhören zu bewegen, doch er widersteht und versucht, sie von ihren Klamotten zu befreien. Nun ruft Anchara erneut lautstark um Hilfe...

Nun kommt Vincent vorbei, sieht die Bescherung und grinst sich einen weg. Anchara ist außer sich, da sie nun gänzlich im Freien steht, was ja nun ganz und gar empörend ist. Plötzlich kommentiert Benedikt, daß sie ohne Klamotten gar nicht so toll aussieht und er nun kein Interesse mehr an ihr habe. Anchara kriegt die Krise und will ihm eine scheuern, aber er weicht leider aus.

Endlich erbarmt sich Vincent, und er zieht Anchara aus dem Loch. Sie wirft sich widerstrebend ihre schmutzigen Klamotten wieder über, da sie momentan keine zum Wechseln dabei hat (ihren Koffer mußte sie aus dem Mercedes nehmen, damit Sara im Kofferraum Platz finden konnte). Rosco macht seinen letzten Gegner nieder, indem er (in Raserei) mit einem Grabstein in den Händen, hoch über dem Kopf, hinter ihm herrennt und ihn im wahrsten Sinne des Wortes damit plättet.

Da die zwei FBImäßigen Typen auf einmal weg sind, sammeln sie Michelle, die Harley und den BMW ein und fahren zurück zu Ancharas Villa. Der Mercedes - mittlerweile komplett schrottreif - bleibt auf dem Friedhof zurück, und Anchara meldet ihn als gestohlen.

Zu Hause kuriert sich Anshara erst einmal und füllt ihren Blutvorrat aus dem Kühlschrank auf, ehe sie ihr ruiniertes Kleid wegwirft und sich erst einmal ausgiebig badet und pflegt.


Rollenspiel bei Baldur vom 1997/02/15

Charakter Spieler
Spielleiter Baldur G. Idriel
Anchara St.Germain (Toreador) Stayka
Jean LeCartres (Toreador) Shavana
Rosco (Brujah) Ace Larson
Sara Sobieski (Ventrue) Kamisha

NSCs: Michael Tolkien (ein Ravnos), Michelle D'Aillard (Ancharas Ghul), Chris Schlindwein (ein Toreador), ein Assamite, diverse Maden.


Kapitel 6: Rosco und die Maden

Man schreibt Montag, den 4. November 1996, etwa gegen 16:00 Uhr.

Anchara steht heute etwas früher auf, da sie einen neuen Wagen braucht. Nachdem sie sich in ein adäquates weißes Gewand gehüllt hat, ruft sie bei einigen Gebrachtwagenhändlern an, um herauszufinden, wer einen etwa 16-18 Jahre alten, weißen Mercedes 200 auf Lager hat.

Als sie fündig wird, wartet sie bis zum Sonnenuntergang und macht sich auf zu dem entsprechenden Händler kauft den Wagen für 2000 DM. Er hat leider einige Rostflecken, weshalb sie das Gefährt umgehend bei einer Tankstelle zum Spritzen abgibt. Am Dienstag soll der Wagen fertig sein.

Sie kehrt nach Hause zurück und trifft Rosco, der den Arm in einer Schlinge hat und vor ihrer Tür wartet. Er erzählt ihr, daß er bei dem Kampf auf dem Friedhof von einem der Zombies (oder was auch immer) gebissen wurde.

Anchara bitte Rosco herein und schaut sich die Wunde an. Sie sieht sehr eklig aus. Die Ränder sind schwarz verfault, und es scheinen sich einige Maden darin zu befinden. Sie beschließt, die OP lieber nicht auszuführen, wenn Rosco bei vollem Bewußtsein ist und gibt ihm eine Blutkonserve, die mit einem starken Betäubungsmittel versehen ist. Er ist auch prompt komplett ausgeknockt.

Anschließend schneidet Anchara die Wunde soweit aus, daß nur noch gesundes Gewebe übrig bleibt. Sie packt einige der Maden auf drei Petrischalen und eine auf einen Objekttäger ihres Mikroskopes. Die übrigen Gewebeteile steckt sie zunächst einmal in ein verschließbares Becherglas.

Die Made wirkt im Mikroskop ein bißchen merkwürdig, und als Anchara sie längs aufschneidet, zerfällt sie zu Staub. Der zweiten und dritten geht es ebenso. Endlich schafft sie es, eine nur teilweise zu öffnen, und da sie noch lebt, kann Anchara sie nun genauer betrachten. Einige der Organe scheinen vertrocknet zu sein, aber der Verdauungskanal ist offenbar noch okay. Als sie die Made wieder zuklappt, heilen die Ränder jedoch nicht zusammen. Anchara wirft das geöffnete Tierchen in den Abfalleimer, in den sie normalerweise ihre medizinischen Abfälle befördert.

Anschließend flößt Anchara Rosco eine Blutkonserve ein, die sie mit einem starken Aufputschmittel versehen hat. Der Brujah schießt förmlich in die Höhe und fühlt sich so high wie bei seinem letzten großen Besäufnis als Mensch. Die Heilpraktikerin gibt ihm noch ein halbes Dutzend Blutkonserven, damit er die schwer heilbare Wunde nun selbst heilen kann.

* * *

Auf einmal klingelt es. Die Polizei steht an der Tür und erkundigt sich wegen Ancharas gestohlenem Mercedes 200D. Das Auto sei auf einem Friedhof gefunden worden, der durch eine Bombenexplosion verwüstet worden sei. Auf dem Friedhof seien hauptsächlich Obdachlose beerdigt worden, daher vermutet die man, daß es sich um einen rechtsradikalen Anschlag gehandelt habe.

Anchara ist schockiert und erkundigt sich, was mit ihrem Auto geschehen sei. Als sie hört, daß es durch die Explosion völlig demoliert sei, bekommt sie die Krise und erkundigt sich halb hysterisch, welche Versicherung so etwas denn ersetzen würde.

Dann fällt ihr der Kommentar mit den Rechtsradikalen auf, und sie redet auf die Polizisten ein. Sie sei ja eine Ausländerin, und vielleicht wolle man auch ihr etwas anhaben, und deshalb müsse sie unbedingt Polizeischutz haben.

Die Polizisten fragen, ob sie verdächtige Personen zur Zeit des Diebstahls gesehen habe, und Anchara erzählt von der Ravnosbande. Die waren eindeutig verdächtig, fand sie, und außerdem hätten sie Krach gemacht und ihren Garten verwüstet. Die Polizisten stellen einen Schutzmann ab, der Anchara bewachen soll, dann machen sie sich wieder davon.

Nun kommen drei der Ravnos an. Rosco ist mit zur Tür gegangen, und als er die drei begrüßt, macht Anchara wohlweislich die Tür hinter ihnen zu, woraufhin Rosco und die Ravnos draußen stehen. Der Polizist in seinem Wagen sieht die drei, macht sich Notizen und benachrichtigt seine Kollegen, das Autokennzeichen der drei verdächtigen Neuankömmlinge zu überprüfen. Anschließend klingelt er bei Anchara an und erkundigt sich wegen Rosco, ob sie ihn kenne etc.

Anchara erzählt, daß sie ihn behandeln sollte, da er eine Fleischwunde wegen eines Motorradunfalles hatte. Als der Polizist sie nach Roscos Personalien fragt, holt sie die Karteikarte von Holger hervor, der momentan schwer verletzt (Unfall) im Krankenhaus liegt. Als der Polizist ihr erzählt, daß sich Rosco anscheinend mit einigen der Verdächtigen getroffen hat, macht Anchara erneut die Welle und klagt dem Polizisten ihr Leid, was die Störenfriede mit ihrem Garten angestellt hätten.

Als er wissen will, warum sie damals nicht sie Polizei gerufen hätte, guckt sie ihn total verwirrt an und meint dann: "Ich hätte da auch schon die Polizei rufen können? Oh, da habe ich gar nicht dran gedacht!" Der Polizist guckt sie leicht entnervt an, ehe er sich wieder davon macht.

Kaum daß der Polizist weg ist, guckt Anchara noch einmal nach den Maden. Die Biester in den Petrischalen sind leider vertrocknet und zu Staub zerfallen. Die im Becherglas mit Roscos Geweberückständen haben sich munter weiterentwickelt. Anchara gießt reinen Alkohol hinein und stellt das zugeschraubte Glas in ein größeres, ebenfalls verschließbares Glas, das sie zusätzlich in eine Kunststofftüte stellt, die sie zubindet und in einem Lagerraum in ein Regal stellt.

* * *

Da Sara und Jean sich mittlerweile ziemlich langweilen, beschließt die Ventrue, mit den beiden Toreadors in einen Club zu fahren, um sich dort zu amüsieren. Sie möchte es einmal mit dem Karthago am Ebertplatz im Oberhausen versuchen, denn Rosco hatte dieses bereits mehrfach lobend erwähnt.

Sie fahren mit Saras Wagen los. Der Polizist will ihnen folgen, doch mit Beherrschung 3: Der vergeßliche Geist läßt Sara den Mann vergessen, daß er Anchara beschützen sollte. Als sie weiterfahren, biegt der Polizist irgendwann verwirrt ab.

Das Karthago wird von Phil Dunmoore geleitet, dem Essener Brujah-Primogen. Hier kommen sowohl Kainskinder als auch Menschen vorbei.

Der Türsteher ist ein Caitiff, der Neuankömmlinge mit Auspex 2: Aura-Wahrnehmung abcheckt. Sara und Jean kommen anstandslos durch, doch bei Anchara hat der Caitiff sein Auspex nicht so recht im Griff. Er botcht und sieht in ihr eine Werwölfin, was dazu führt, daß er sie dezent zurückhält und meint, daß sie nur ins Karthago kommt, wenn sie sich benimmt.

Anchara ist total verdutzt und erkundigt sich, was das bedeuten solle. Der Caitiff sagt ihr auf den Kopf zu, daß sie eine Garou oder vielleicht eine Bastet sei. Anchara hat nicht den Schimmer einer Ahnung, wovon der Vampir spricht (Garou? Bastet??), sagt aber sicherheitshalber zu sich zu benehmen.

Im Karthago treffen sie zunächst auf einen dunkelblonden Mann in schwarzem Sakko, der eine Teufelspuppe mit sich herumschleppt. Es handelt sich um den Essener Malkavianer Norman, den die drei jedoch nicht kennen. Norman stellt sich vor und erzählt von der Oberhausener Toreador-Prinzessoin Valérie und daß er am 23. November auf eine Party von ihr geladen sei.

Als sie sich in der Kainskinderecke durch die Cocktailkarte trinken, ereilt Anchara ein Anruf von Michelle. Rosco war bei Ancharas Villa angekommen und von ihr empfangen worden, und sie will wissen, ob sie ihn reinlassen soll. Anchara sagt ja. Als die zwei Ravnos Sonja und Coppola sowie der Brujah Christian Malso auch noch erscheinen, tätigt Michelle einen weiteren Anruf. Anchara stimmt widerstrebend zu, daß die drei Rosco begleiten dürfen. Die Toreador will in spätestens einer halben Stunde wieder zu Hause sein.

Über das Handy fragt sie, was los sei. Coppola erzählt, daß Rosco zu ihrer Villa gerufen worden sei. Im Labor ist er von einem teigig weißen Wurm/Quallen-Ding aus dem Abfalleier angefallen worden, aber sie konnten es erschießen, woraufhin es zu Staub zerfiel.

Anchara weist Coppola an, das gut verpackte Becherglas aus dem Lagerraum zu holen. Darin befindet sich nun auch ein teigig-weißes, wurmähnliches Gebilde, auf das Rosco stark reagiert.

* * *

Gegen 02:30 Uhr kommen Anchara, Sara und Jean wieder bei der Villa an. Anchara sieht nun selbst, was für ein Problem Rosco mit dem Wurm im Einmachglas hat. Die Schulter des Brujah hat eine leicht gerötete Stelle. Mit Auspex 3: Geistige Berührung und Thaumaturgie 1: Sinn fürs Blut testet Anchara Roscos Schulter, findet jedoch nichts.

Da sie ihn noch einmal detaillierter untersuchen will, betäubt Anchara ihn erneut. Diesmal braucht sie erstaunlicherweise zwei Dosen Betäubungsmittel, bis er k.o. darniederliegt. Anchara schneidet die Schulter auf, aber es sieht alles in Ordnung auf.

Schließlich fackelt Michelle den Wurm in einer Metallschale ab. Trotz der Betäubung wacht Rosco auf und kriegt erst einmal die Krise, da seine Schulter furchtbar brennt. Aber zumindest ist er nun wieder in Ordnung. Er heilt die Schulter (Anchara hatte ja zu Untersuchungszwecken u.a. an ihm herumgeschnippelt) und fühlt sich wieder ganz okay.

Mittlerweile ist es 03:00 Uhr, und Rosco legt sich auf der Krankenliege erst einmal schlafen.

Da die Nacht noch jung ist und ihre Vorräte langsam weniger werden, möchte Anchara ihre Blutvorräte in der Praxis wieder aufbessern. Sara hatte in der Zeitung gelesen, daß heute Blutspendetermin war, und sie machen sich auf zu der Blutspendezentrale, wo sich auch das Labor zur Untersuchung der Konserven befindet.

Die Straße ist verlassen, doch die Blutspendezentrale wird von einem älteren Mann bewacht, der etwa sechzig Jahre alt ist. Mit Thaumaturgie 4: Vitæ-Raub will Anchara den Mann schwächen, damit er bewußtlos zusammenbricht, aber obwohl sie nur zwei Blutpunkte absaugt, bricht er zusammen und bekommt einen Herzinfarkt.

Anchara ist völlig von der Rolle und ruft per Handy sofort 112 an. Der Notarztwagen der Feuerwehr kommt, aber der Mann ist bereits tot, wie sie per Auspex 4: Telepathie von einem der Notärzte ermittelt. Völlig deprimiert bekommt sie einen Weinkrampf und heult mehrere Taschentücher voll. (Zum Glück gelingt der Gewissenswurf...)

Anchara, Jean und Sara machen sich auf den Rückweg.


Kapitel 7: Ein Assamite kommt meistens allein

Man schreibt Dienstag, den 5. November 1996, etwa gegen 18:00 Uhr.

Der Ravnos Michael Tolkien ruft an. Er hat Anchara am Telefon, die immer noch leicht deprimiert wegen dem unbeabsichtigten Todesfall des Wachmannes ist. Als Michael ihr vorschlägt, zur Beruhigung etwas jagen zu gehen, bekommt sie einen neuerlichen Heulkrampf. Entnervt gibt der Ravnos auf und ruft nun Rosco auf dessen Handy an.

Anchara gewandet sich in ein Kleid, das ihrer Trauer angemessen ist; ein langes, schwarzes Samtkleid mit weiten Ärmeln.

Da Rosco weg ist und sie nicht wissen, was sie sonst tun sollen, schlägt Jean vor, doch nach Oberhausen ins Underground zu gehen. Diese Vampirdisco wird von einem Toreador namens Raphael geleitet und ist ausnehmend stilvoll.

In der Kainskinderabteilung der Disco sind vier weitere Vampire. Ein sehr elegantes Kainskind gibt ihnen etwas aus, und Anchara nimmt begeistert an. Kurz darauf kommt der Mann zu ihnen hinüber und sagt, er sei neu hier.

Er stellt sich als Chris Schlindwein vor, ein Toreador aus Chemnitz, der malt und neue Inspiration sucht. Er erzählt, das er nach Gelsenkirchen ziehen möchte. Bislang hat er Lilith und Lulu gemalt, und nun sucht er nach Inspiration für Gemälde der Medusa. Chris ist von der Schönheit des Schrecklichen fasziniert.

Anchara und Chris unterhalten sich über die Entstehung der Vampire, und die Toreador läßt wieder einmal den Kommentar fallen, daß sie nicht an den ganzen Unfug mit Cain als Urvater der Vampire glaubt. Die ägyptischen Götter waren viel älter und sind daher definitiv glaubhafter als der ganze jüdische Unfug. Jean macht sich derweil davon, da ihn solche Geschichten nur tödlich langweilen.

Chris lacht sich halb tot über Ancharas Äußerungen. Er meint, es gäbe außer Cain noch die Vampir-Ursprungsmythen der Setiten sowie eine über eine altägyptische Vampirin namens Akascha, aber das wären nur Märchen. Anchara ist verstimmt und schmollt. Nun übernimmt Sara das Gespräch und fragt Chris über Lilith aus, was Anchara geflissentlich ignoriert.

Gegen 24:00 Uhr ruft Rosco Ancharas Handy an und erkundigt sich, ob sie schon einmal von Liliths Kindern gehört hat. Anchara mein 'klar', das stünde in so einer Datei, die sie auf ein paar Disketten gefunden habe, aber sie hätte keine Ahnung, was es damit auf sich haben soll. Rosco fragt, wann sie sich treffen können, und Anchara erwidert 04:00 Uhr in ihrer Villa.

Sara unterhält sich angeregt mit Chris, und Anchara findet das total daneben, da sie die Story von Cain bescheuert findet. Der altägyptische Pantheon war viel älter als der jüdische Kram. Nun ruft Sara Rosco an und teilt ihm mit, daß sie jemanden getroffen hat, der etwas über Lilith weiß. Rosco sagt zu, zum Underground zu kommen, doch Chris meint, er habe keine Zeit mehr, da er sich mit jemandem treffen muß.

Sara versucht zwar, den Toreador dazu zu bringen zu bleiben (u.a. per Beherrschung 2: Hypnose), was aber nichts bringt, nur den Kommentar von Chris, daß sie so etwas lieber lassen sollte.

Schließlich kehren sie zurück, wobei sie draußen vor dem Underground Rosco treffen, der aufgrund seiner Jeans und insgesamt unpassender Kleidung nicht eingelassen wurde. Die vier kehren zu Ancharas Villa zurück.

* * *

Es ist gegen 02:00 Uhr. Rosco hat (unter MS-DOS!) die Disketten von Konrad eingesehen, als der Strom im Haus ausfällt. Anchara schaltet als erstes den Rechner ganz aus, denn wenn der Strom wieder anginge, würde er automatisch nach Linux hochbooten, was dann nicht so toll wäre, wenn anschließend der Strom wieder ausfiele.

Nun kommt ein Anruf von Chris Schlindwein. Er warnt sie, daß sie das Haus verlassen sollen, da sich ein Assamite bei ihnen aufhielte. Er, Chris, befände sich ganz in der Nähe.

Die vier finden, daß es wohl keine schlechte Idee sei. Allerdings sind alle Fenster vergittert, und ansonsten gibt es nur die Haustür im Erdgeschoß sowie die Garagentür. Derzeit sind sie im ersten Stock in Ancharas Arbeitsraum. Ein Blick nach draußen zeigt, daß der Polizist im Auto nicht mehr unter den Lebenden weilt. Rosco will seinen Kontakt bei der Polizei anrufen, aber das Haustelefon ist tot. Das Handy jedoch nicht, also wird umgehend die Polizei informiert.

Anchara beschließt, den geraden Weg nach draußen zu gehen (viel Auswahl haben sie auch nicht). Sie bekommt den Autoschlüssel von Rosco, wirft Geschwindigkeit 2 an und rennt zur Haustür. Rosco, auch mit Geschwindigkeit 2, bleibt dicht hinter ihr, um ihr Feuerschutz zu geben.

Als sie die Haustür aufreißt, geht eine Sprengladung hoch, und Anchara bekommt einen aggravated und zwei normale Schäden ab. Sie fliegt in hohem Bogen raus und bleibt erst einmal liegen. Rosco botcht leider seinen Mutwurf und verfällt ob der Explosion und des Feuers in Rötschreck, woraufhin er panisch das Weite sucht.

Der Assamite schießt zweimal mit präparierten Kugeln auf Anchara, und sie kriegt noch einmal so viele Schadenspunkte ab, bis sie außer Gefecht ist.

Dann wendet sich der Assamite Jean und Sara zu, die die Garagentür geöffnet haben und sich aus der Garage dem Angreifer widmen. Leider hat der Assamite Verdunklung 2 und Jean und Sara jeweils nur Auspex 1. Zum Glück hat Anchara derweil ihren Schaden soweit geheilt, daß sie nur noch schwer verwundet ist, und sie kriecht hinter Roscos Auto in Deckung. Mit ihrem Auspex 4 hat sie kein Problem, den Assamiten zu erspähen, und sie beginnt, ihm mit Thaumaturgie 4: Vitæ-Raub das Blut zu entziehen, während sie sich langsam aber sicher weiter heilt und Jean und Sara die ungefähre Position des Assamiten zuruft.

Mit Thaumaturgie-Pfad 2: Lockruf der Flammen setzt Jean die Hecken des Vorgartens in Brand, erwischt aber nicht den Gegner. Auch Sara schießt mit ihrer Pistole permanent vorbei, da Ancharas Anweisungen nicht den Sichtkontakt ersetzen können. Einmal gelingt dem Assamiten ein glücklicher Treffer, der Jean mitten ins Gesicht erwischt.

Aber schließlich hat Anchara dem Assamiten per Thaumaturgie 4: Vitæ-Raub insgesamt acht Blutpunkte entzogen, woraufhin er nun doch das Weite sucht, da er auch durch den Einsatz von Geschwindigkeit schon einiges an Blut verbrannt hat.

Endlich ist die Gefahr vorerst vorüber, und sie gehen ins Haus zurück, wo sie ihre Wunden heilen und sich überlegen, was sie nun unternehmen können. Lediglich Rosco ist noch im Rötschreck unterwegs und dürfte mittlerweile Mülheim erreicht haben...

to be continued


Zurück zu Essen bei Nacht I | Essen bei Nacht II


Back to Top of Page | Home


This page belongs to Stayka's World of Darkness Page at http://Technocracy.info

© by Stayka deyAvemta - Email: control@technocracy.info


Valid XHTML 1.0! Valid CSS!